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Handfasting K. und M.

Handfasting von K. und M.

Der Ablaufplan in Stichpunkten stammt, bis auf einige Ergänzungen zum Thema Musik, von der Priesterin die das Ritual durchgeführt hat.
Dafür an dieser Stelle vielen Dank!
An diesem Ritual durfte ich als Bardin teilnehmen.


Heidnisches Handfasting:
Die Anwesenden teilen sich in Innen- und Außenkreis. Die Personen im Innenkreis sind direkt energetisch am Ritual beteiligt, wer im Außenkreis steht, ist “nur” Zuschauer.

Benötigte Hilfsmittel:
rote oder blaue Schärpe
Feuerschale
2 Kelche oder Hörner
Hochzeitsmet
Räucherschale
Kerzen, Kerzenständer
Dolch
Wasser
Salz
Räucherung
Brot / Kekse

Benötigte Personen:
Priester
Priesterin
Feuerwächterin
Maiden
Kreiswächter
Barde/Bardin

Ablauf:
1. Ziehen des Kreises mit Abschlusswort. “Der Kreis ist geschlossen. Wir sind zwischen den Welten, jenseits der Grenzen der Zeit, wo Tag und Nacht, Geburt und Tod, Freude und Trauer eins sind.”
2. Segen und Reinigung des Kreises durch die Elemente.
   Dazu habe ich leise “Air I am, fire I am, water, earth and spirit I am”
   gesungen.
3. Der Kreiswächter öffnet eine Pforte, das Brautpaar zieht in den Kreis ein. Priesterin und Brautpaar bilden das Zentrum des Kreises. Der Kreiswächter schließt die Pforte.
   Untermalung mit Flötenspiel
4. Reinigung und Segnung des Brautpaares.
5. Anrufung von Gott (Beltanegottheit)
   und Göttin (Muttergottheit Isis).
   Der Gesang dazu: “Silver shining wheel of radiance, radiance,
                                 Mother come to us!
                                 Holy shining sunlight, radiant, radiant,
                                 Brother come to us!”
6. Frage: willst du … zu deinem Gefährten?
7. Binden der Schärpe; Gehört und bezeugt.
8. Energie von Gott und Göttin auf das Brautpaar übertragen, Segen für die Verbindung.
9. Das Brautpaar schreitet drei mal um das Feuer, während Priester und Priesterin Kekse/Brot und Wein weihen.
Untermalung mit Flötenspiel.
10. Brautpaar erhält zuerst Kekse und Wein, verteilt dann die Kekse, der Wein geht im Kreis herum.
     Der Gesang hierzu: “The river is flowing, flowing and growing;
                                                 ”                , back to the sea.
                                     Mother Earth carry me, your child I will always be;
                                                 ”                    back to the sea.”
11. Aussegnen des Kreises, Dank an Elemente und Gottheiten.
12. Auflösen des Kreises



Hier noch ein kleiner Bericht über die Zeremonie (der zum großen Teil von der Braut selbst stammt und von mir nur überarbeitet wurde):

Das Handfasting wurde am 04.08. im Jahre des Herren 2000 ( wessen Herren auch immer ) auf der Burgruine der Burg Hatzfeld in Hatzfeld an der Eder gefeiert.

Als “ aktive” waren anwesend:
Eine Priesterin
Ein Guard/ Kreiswächter
Ein Feuerwächter der auch die rolle der “Maiden” übernommen hat und die Handreichungen machte
Jasra als Musikantin

Viele Freunde als Zeugen
Eine ganze Menge kleines Volk

Am Vormittag wollten wir uns den passenden Platz suchen und stiefelten zu dritt in den Wald. Wir fanden eine schöne Lichtung, waren uns aber alle einig, dass man unter einer Horde Pixies, vor allem in ihren Zuhause, nicht so unbedingt feiern müsste. Als wir uns dann entschieden, den unteren Wehrgang der Ruine zu nehmen und zurückgingen, mussten wir zu unseren Entsetzen, das mit einer gehörigen Portion Spaß gemischt war, feststellen, dass uns der ganze Tross folgte. Na prima. Was soll‘s. Es war genug Essen und Trinken für alle da.

Die Braut war ziemlich nervös, als sich alle auf das Ritual vorbereiteten.
Gegen 17 Uhr ging es dann los. Unten wurde der Kreis mit Grünzeug abgesteckt. Es gab einen inneren und einen äußeren Kreis. Der innere für die, die ihre Energie beisteuern wollten, der äußere für die, die nur zusehen wollten.
Schön war, dass sich auch Gäste in den inneren Kreis stellten, bei denen wir gar nicht damit gerechnet hatten.

Das Ritual:
Die Kreise bildeten sich. D.h. die am Ritual beteiligten und die Gäste nahmen ihre Plätze ein. Das Brautpaar stand draußen. Der Kreiswächter zog den Kreis und die Priesterin rief die Windrichtungen an. Sie begann im Osten, ging über den Süden zum Westen und endete im Norden. Hier hatten wir den Eindruck, dass sämtliche Pixies, die auf den Rängen (oben auf der Burgmauer, da, wo man den besten Überblick hat) saßen, nur auf diese Einladung gewartet haben. Der Gedanke, der aufkam war: “ He, Jungs, wir müssen da auch noch mit rein”.
Während der Anrufung sang Jasra leise “Air I am, fire I am, water, earth and spirit I am.”
Dann wurde das Paar eingelassen. Der Kreiswächter öffnete uns das Tor und schloss es hinter uns wieder.
Braut und Bräutigam mussten um die Feuerstelle herum, die munter brennend mitten im Weg stand.
Vor dem Altar blieben sie stehen. Die Priesterin erklärte, dass die Farben des Bandes, das auf dem Alter lag ( ein blau-rotes) heilige Farben der Göttin enthielte und dafür da sein, den Bund symbolisch zu besiegeln.
Dann band sie das Band mit einem ganz bestimmten Knoten um unsere Hände. Spätestens da war wohl vielen klar, dass der Begriff Handfasting nicht nur Symbolcharakter hat.
Die Priesterin rief den Gott und die Göttin an. Als Gott bat sie Balder in den Kreis, da der Bräutigam eher ein Anhänger der nordischen Richtung war, im Gegensatz zu Braut, die sich eher als Keltin bezeichnet. Für sie rief die Priesterin Frigg, Isis, Dana. Isis deshalb, weil sie für die Braut eine ganz besondere Bedeutung hatte und ohnedies im keltischen Raum weit verbreitet war.
Wir hatten, nebenbei gesagt strahlendsten Sonnenschein.
Die Priesterin rief den Gott und die Göttin zum Zeugen der Verbindung und ließ es auch vom Publikum bezeugen.
Dann wurden Wein und Kekse geweiht, die dann jeweils ihre Runde machten. Schokokekse sind beim kleinen Volk ganz besonders beliebt.
Danach durfte das Paar die Feuerschale dreimal im Uhrzeigersinn umrunden, und dann, durch das mittlerweile geöffnete Tor den Kreis wieder verlassen. Die Priesterin verabschiedete die Elemente und Gott und Göttin und löste den Kreis auf.

Danach kam es zu einer Feier, wie man sie auf jeder Hochzeitsfeier findet, nur dass sie einen mittelalterlichen Rahmen hatte.


Bevor die heidnische Zeremonie stattgefunden hat, sind K. und M. noch christlich getraut worden.
Kleine Anmerkung zu einer “ganz normalen” Hochzeitsfeier:
In den Schüsseln und auf den Tellern tummelte sich eine ganze Menge kleines Volk. Bei denen hatten wir am nächsten Morgen echte Probleme, sie auch alle wieder nach Hause zu bringen.
Wer den Text aufmerksam gelesen hat, wird feststellen, dass die kurze und die ausführliche Beschreibung nicht komplett zusammen passen. Das ist, meiner Erfahrung nach, bei Ritualen ganz häufig so. Es können unvorhergesehene Situationen auftreten oder ”jemand anders” übernimmt die Regie im Kreis. Und dann läuft so und so nichts mehr nach Plan.
Dass ich selber den Teil des Barden übernommen habe, war auch nicht geplant und hat mich ziemlich überrumpelt. Aber der Harfner, der das eigentlich machen wollte, konnte ganz kurzfristig nicht kommen.


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