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Das Handfasting von Karen und Tim Samstag, 12. Juni 2010
Dieses Ritual habe ich selbst als Hohepriesterin geleitet. Darum ist hier auch
der ganze Ablauf mit allen Texten veröffentlicht. Vielen Dank an das Paar für die Erlaubnis dafür. Dieses Handfasting war ganz auf das Paar abgestimmt. Darum soll es nur als Anregung dienen. Ich hoffe, dass
niemand dieses Ritual einfach nur kopiert.
0. Platz vorbereiten:
- Die Ortsgeister begrüßen und um ihre Unterstützung bitten
- kleine Geschenke für die Ortsgeister hinterlassen
- den ganzen Garten reinigen und besonders den eigentlichen Ritualplatz
- Altäre aufbauen und dekorieren Osten - Luft Süden - Feuer Westen - Wasser Norden - Erde
- klären wer hinterher schnell beim Abbauen hilft (Alles außer den Blütenblättern sollte danach in die Garage geräumt werden. Meine Sachen packe ich selbst ein!)
Ein Kreis aus Steinen und
Rosenblütenblättern ist auf dem Boden als Markierung gelegt. In der Mitte ist der Altar für Gott und Göttin aufgebaut. Für die Elemente gibt es kleinere Altäre in der jeweiligen Himmelsrichtung. An den
Himmelsrichtungen stehen große (noch nicht brennende) Fackeln (innen im Kreis, also vor den Gästen), davor Segnungs- und Reinigungswerkzeuge: im Osten eine Räucherschale mit Weihrauch, im Süden eine kleinere rote
Kerze, im Westen eine Schale mit Wasser, im Norden eine Schale mit Salz. Irgendwo stehen Schalen mit Rosenblütenblättern und Reis. Außerdem kleine Beutelchen, Zettel und Stifte.
1. Einzug der Gäste
- Die Gäste ziehen ein, werden einzeln mit der Reinigungsräucherung beräuchert und stellen sich außen vor den Rosen-Steine-Kreis.
Wichtige organisatorische Anmerkungen der Priesterin:
- Erklärung der Bedeutung des Rituals und grober Ablauf
- Die Gäste im Osten müssen bedenken, dass das Brautpaar einziehen muss.
- Der Kreis sollte vor Verabschiedung der Mächte und Geister nicht verlassen werden.
- Der Met wird mit den Gästen geteilt, aber erst im Gasthaus, da viele noch Auto fahren müssen! (Ebenso ist der Sekt nach
der Kirche nur für den Chor.)
- Am Ende bitte an die Wunschbeutelchen denken.
2. Einzug des Brautpaares
Das Brautpaar zieht von Osten her ein.
Priesterin: Begrüßung von Brautpaar und Gästen
Priesterin an die Gäste: “Sollte einer der Anwesenden einen Grund vorbringen können, warum diese Ehe nicht von den Göttern geschlossen und
gesegnet werden soll, möge jetzt sprechen oder für immer schweigen.“
3. Ziehen des Kreises, Anrufung der Himmelsrichtungen, Elemente und Gottheiten/ Wesenheiten
Die Priesterin zieht den Kreis mit dem Schwert, erst den Außenkreis um die Gäste herum dann den Innenkreis für die eigentliche Zeremonie.
Die Texte für die Anrufungen sind hier zu finden
Einladung der Geister / Ahnen vom Brautpaar;
Priesterin: “Wir sind heute alle hier, weil sich unsere Wege mit denen von Karen und Tim getroffen haben. Manche von Euch kennen sich schon ihr ganzes Leben lang, andere gehen erst seit
verhältnismäßig kurzer Zeit in dieselbe Richtung. Doch
wir alle haben Spuren hinterlassen, die den Lebensweg von Karen und Tim beeinflusst und bereichert, vielleicht sogar in eine bestimmte Richtung gelenkt haben. Viele dieser Begleiter – Familienmitglieder,
Freunde, Ahnen, Lehrer – können heute nicht mehr in ihrer körperlichen Gestalt mit uns feiern. Doch es ist Euer Wunsch, Karen und Tim, dass sie – sofern sie es wünschen – dieser Feier beiwohnen und spüren, dass sie
nicht vergessen sind. Wir laden Euch ein, in diesen Kreis zu kommen und Euch den guten Wünschen anzuschließen. Seid gesegnet und bedankt für alles, was Ihr Karen und Tim im Laufe ihres Lebens gegeben habt.“ kurz Stille -
“Der Kreis ist geschlossen. Wir sind zwischen den Welten, jenseits der Grenzen der Zeit, wo Tag und Nacht, Geburt und Tod, Freude und Trauer eins sind.
Seid Willkommen!“
4. Text: Khalil Gibran, „Von der Ehe“ (vorgetragen von V.)
Den Text finden Sie hier.
5. Fragen an das Brautpaar und Eheversprechen; Teilen von Kuchen und Met
Priesterin: “Karen und Tim, Ihr steht an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt.
Vieles wird sich von nun an ändern. Ihr werdet einiges opfern müssen, bevor Ihr etwas Größeres dafür bekommt. Bitte wendet Euch zueinander, während Ihr
Euch einander Eure Liebe, Achtung und Fürsorge versprecht.“
Die Priesterin wendet sich erst an die Braut, dann an den Bräutigam
Der vollständige Text des Eheversprechens ist hier zu finden.
6. Text: E. E. Cummings, „I carry your heart – Ich trage dein Herz“ (vorgetragen von M. und C.)
Der vollständige Text ist hier zu finden.
7. Bezeugung durch die Gäste; Zusammenbinden der Hände und Segnungen
Priesterin: „Wir alle sind Zeugen dessen geworden, was Ihr einander versprochen habt und wozu Ihr in Eurer Ehe bereit seid.
So bitte ich alle Gäste, die hier versammelt sind zu sprechen gehört und bezeugt.“
Gäste antworten: “gehört und bezeugt“
Das Brautpaar dreht sich zueinander zu und legt die Hände so ineinander, dass ein ∞ entsteht. Die Priesterin bindet die Hände zusammen.
Der Knoten muss abgestreift werden können, ohne ihn öffnen zu müssen. “Ihr habt Eure Leben und Euer zukünftiges Schicksal durch Eure Versprechen aneinander gebunden. So binde ich Euch als Zeichen Eurer
Versprechen die Hände zusammen. Möge der Knoten niemals aufgehen es sei denn ihr wünscht es.“
Segen: Der vollständige Text für den Hochzeitssegen ist hier zu finden.
8. Text: Philemon und Baucis (vorgetragen von Jasra)
Der vollständige Text ist bei den beiden Links zu finden:
http://www.gottwein.de/Lat/ov/ovmet08611.php die Geschichte in deutsch und latein
http://www.fred-lang.de/ovid.htm
die Geschichte frei nacherzählt und interpretiert von Fred Lang (dieser Text wurde beim Handfasting gelesen)
Die Götter verleihen denjenigen Glück, die – ungeachtet der materiellen Reichtümer – ihren
Reichtum stets in sich tragen: ihre Liebe und Achtung zueinander, der Wunsch, ein Leben lang füreinander da zu sein. Philemon und Baucis wussten, dass ihre offene Herzlichkeit, ihre Gastfreundschaft und ihre
liebende Fürsorge wertvoller waren als alles andere. Ihr Haus war schon vor dem Besuch der Götter ein Tempel – ein Kraftort für alle Besucher und ein Quell der Liebe und Freude für sie selbst. So möge Euer Haus
immer ein Ort der Liebe und Achtung sein, wo Eure Freunde stets willkommen sind und alle von der unendlichen Kraft Eurer Liebe schöpfen können. Mögt Ihr aus Eurer Ehe, aus Eurer Partnerschaftlichkeit stets die Kraft
ziehen, alle Schwierigkeiten zu bewältigen und die glücklichen Zeiten zu genießen. Mögen die Götter Euch segnen – doch den größten Segen habt Ihr bereits: Eure Liebe.
9. Besensprung
Priesterin: „Nun könnt Ihr über den Besen springen. Der Besen ist ein Symbol für vieles, was Eure Ehe begleiten soll und begleiten wird.
Zum einen steht er für die Reinheit, die stets in Eurer Ehe
herrschen soll. Er soll alle destruktiven Einflüsse aus Eurer Ehe fernhalten und Euch dabei unterstützen, nichts verstauben zu lassen oder unter den Teppich zu kehren.
Aber wie wir alle wissen, macht es immer
auch Arbeit, etwas sauber zu halten – ob es sich dabei nun um ein Zimmer oder eine Ehe handelt. Daher soll der Besen Euch immer daran erinnern, dass eine Beziehung immer auch Arbeit bedeutet – an der Beziehung, vor
allem aber an Euch selbst. Erfreut Euch an dieser Arbeit, denn sie ist die wichtigste Voraussetzung für ein glückliches und erfülltes Leben!
Indem ich Euch diesen Besen vor die Füße lege, versperre ich Euch
den Weg. Also bedeutet er ebenfalls, dass sich im Laufe Eures gemeinsamen Lebens immer wieder Hürden in Eure Ehe schleichen werden, die gemeinsam überwunden werden wollen. Indem Ihr gemeinsam drüberspringt, zeigt
Ihr, dass Ihr fähig seid, Hürden gemeinsam zu meistern. Wenn Euch das Leben schwierigere Hürden vor die Füße legt als diesen Besen, vergesst niemals, dass Ihr diese Fähigkeit besitzt. Und denkt immer daran: Alles,
was einem vor die Füße gelegt wird, kann auch eine Chance sein!
Letztendlich ist dieser Besen auch eine Linie – eine Grenzlinie zwischen Eurem Leben als Ledige und Eurem neuen Leben als verheiratetem Paar. So
macht zusammen Euren letzten Schritt als Ledige und landet zusammen in Eurem neuen Lebensabschnitt als Ehepaar.“
Das Paar springt über den Besen
“Liebe Gäste: es darf gelacht und geklatscht werden!“
10. Dank an die Mächte und Entlassung; der Kreis wird aufgelöst
Priesterin: Verabschiedung und Dank an alle Mächte und Geister:
- Verabschiedung und Dank von Gott und Göttin
- Verabschiedung und Dank der Ahnen von Karen und Tim
- Verabschiedung und Dank meiner Begleiter
- Verabschiedung und Dank der Elemente
“Wir haben uns von allen Mächten, die diese Feier in
Liebe begleitet haben, verabschiedet, doch der Kreis der Familie und Freunde bleibt weiterhin bestehen. Mögt Ihr stets füreinander da sein und Karen und Tim dieselbe Freundschaft entgegenbringen, die sie Euch
schenken. Seid gesegnet!“
11. Wunschbeutelchen Reis und Rosenblüten werfen
Die Gäste können Reis und Rosenblütenblätter werfen.
Das Band wird abgestreift (Knoten NICHT öffnen!),
alle können ihre guten Wünsche für die Ehe auf Zettel schreiben, die dann in Beutelchen an das Band gehängt werden.
Räucherungen:
Handfastingräucherung für Karen und Tim: Rosenblüten Lavendel Orangenblüten Eisenkraut Damianablätter Patchoulikraut Dammar Weihrauch schwarz
Reinigungsräucherung für Karen und Tim (zum Handfasting): Salbei Gänseblümchenblüten Brennnesselblätter Beifußkraut Fichtenharz
Reinigungsräucherung für den Ritualplatz
und für die Hochzeitsgäste: Salbei
Ritualwein: Met (von Freunden des Paares selbst gemacht)
Brot: Bei einem guten Bäcker wurde ein sehr leckerer Kuchen gekauft.
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