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Handfasting

Das Handfasting

die heidnische (keltische, germanische, ...) Hochzeit
die schamanische Hochzeit
die magische Hochzeit
die Eheleite
das Hochzeitsritual

eine Alternative zum christlichen Trauungsritus


(der Altar im Zentrum des Ritualkreises)

Inhalt dieser Seite:
- Recht und Gesetz
- Wer kann oder darf ein Handfasting durchführen?
- Wie finde ich eine geeignete Person, die mein Handfasting durchführen
   kann?

- Von mir selbst (Jasra) durchgeführte Hochzeitszeremonien
   und meine Qualifikationen

- Durchführung eines Handfastings im Allgemeinen
- Das Hochzeitsritual an heidnische Traditionen angelehnt
   und das Hochzeitsritual an Hexentraditionen angelehnt

- Das schamanische Hochzeitsritual

Beschreibungen verschiedener Rituale:
Handfasting von Jasra und Thomas (meine eigene Hochzeit)
Handfasting von K. und M.
Handfasting von Tania und Markus
Handfasting Karen und Tim (von mir geleitet)
Handfasting von Sandra und Ivonne (von mir geleitet)

Die Unterseiten:
Segenssprüche zur Hochzeit
Zitate zur Hochzeit und über die Liebe
Liebesgedichte und Liebesgeschichten
Anrufungen für Hochzeitsrituale
Eheversprechen
Tipps zur Konfliktlösung (noch in Vorbereitung)


Die hier aufgeführten Zeremonien und die Informationen über das Handfasting im Allgemeinen sollen eine Anregung für alle Paare sein, die sich zur einer alten Religion bekennen und sich ihr “Jawort” vor den Göttern bzw. vor Gott und Göttin geben wollen. Und für alle, die sich einfach mal informieren wollen wie so etwas eigentlich ablaufen könnte.
Es ist aber auch für Paare gedacht, die einfach eine feierliche Zeremonie haben wollen, ohne dass diese einen konkreten religiösen Kontext beinhaltet.
Dabei ist es völlig egal, ob sie sich eher keltischer, germanischer oder auch schamanischer Traditionen zugehörig fühlen.
Auch wenn einige das vielleicht nicht wahr haben wollen, ich habe die Erfahrung gemacht, dass man das Heidentum auch mit dem Christentum unter einen Hut bringen kann.
Sehr viele Paare, die sich nach heidnischem Ritus trauen lassen gehen vorher oder hinterher in die Kirche um sich dort vor einem evangelischen oder katholischen Priester noch einmal das „Jawort“ zu geben.

Ich vermute, die meisten Leute die auf meiner Seite über heidnische Hochzeiten landen, fühlen sich zur alten keltischen oder zur alten germanischen Religion hingezogen (oder besser praktizieren diese Religion) oder leben das moderne Hexentum (als Wicca, als Freifliegende oder einem anderen Hexenkult zugehörig). Einige sind vielleicht auch auf dem Weg der Schamanen unterwegs oder beschäftigen sich mit anderen magischen Praktiken.
Egal ob keltisch, germanisch, schamanisch, magisch, Hexe oder vielleicht auch gar nichts davon, alle sind auf der Suche nach einer Alternative zur christlichen Trauung. Ich hoffe, dass hier jeder Suchende das Passende für sich findet.


Handfasting als englisches Wort bedeutet so viel wie Handbinden, die Hände zusammen binden.
“fast“ kann neben schnell auch fest oder treu (ein treuer Freund) bedeuten.
“fasten“ bedeutet befestigen anheften, anhängen, festmachen.

Für die genaue Herkunft des Begriffes Handfasting habe ich zwei Erläuterungen gefunden:
Nach Wikipedia ist das Handfasting ursprünglich im mittelalterlichen Großbritannien beheimatet und meinte die Bekräftigung des Ehevertrages zwischen zwei Familien durch Handschlag. Dabei  gaben sich ursprünglich also nicht Braut und Bräutigam, sondern der Bräutigam und ein Vertreter der Familie der Braut (meistens der Brautvater) zur Bestätigung der ausgehandelten Morgengabe (eine in Bezug auf die Ehe vorgenommene Zuwendung in Form von Geld oder Gütern des Bräutigams an die Braut) die Hand.
http://de.wikipedia.org/wiki/Handfasting

Eine andere Vermutung besagt, dass es früher mal so eine Art Verlobung bzw. Ehe auf Jahr und Tag gewesen ist.

Heute wird der Begriff Handfasting von vielen modernen Heiden als Synonym für eine Trauung benutzt. Der Begriff Trauung ist von der christlichen Kirche besetzt. Ein anderer Begriff, der Verwendung findet, ist die Eheleite. Das heißt, ein Paar wird von Freunden/ Verwandten/ Familie in die Ehe geleitet. Diesen Begriff kenne ich besonders aus der germanisch orientierten Religion. Wer den englischen Begriff meiden möchte sucht nach einem Hochzeitsritual.


Recht und Gesetz

In der BRD ist es Vertretern einer Religionsgemeinschaft (egal welcher) nicht erlaubt, eine religiöse Eheschließung zu vollziehen, solange das Paar nicht standesamtlich getraut wurde!
Darum kann eine religiöse Zeremonie ohne vorherige standesamtliche Trauung nur als Verlobung vorgenommen werden, andernfalls würde der durchführende Priester/die durchführende Priesterin sich strafbar machen. Das gilt auch für die Vertreter der großen Religionen. (Trennung von Staat und Kirche...)!

Ein Handfasting kann eine zeitliche Begrenzung enthalten. Häufig sind hier “Jahr und Tag”; Sieben mal Jahr und Tag (7 Jahre und 7 Tage); für dieses Leben.
In der BRD besteht keine gesetzliche Grundlage für Ehen auf Zeit. Auch hier gilt: Ohne vorherige standesamtliche Heirat ist eine Eheschließung nicht rechtskräftig.
Hat keine standesamtliche Trauung stattgefunden, kann das Ritual rechtlich nur als Verlobungszeremonie durchgeführt werden.

Wie in der religiösen Zeremonie die Ehe geschlossen wird, bleibt wegen der Religionsfreiheit den Glaubensgemeinschaften selbst überlassen. Eine zeitliche Beschränkung der Ehe innerhalb der religiösen Zeremonie hat allerdings keine rechtlichen Auswirkungen und gilt auch nicht als "Ehevertrag", mit dem eine automatische Auflösung der Ehe nach dem Ablauf des Zeitraums verbunden wäre. Im Gegenteil, ein solcher Vertrag wäre sittenwidrig und damit ungültig.


Wer kann oder darf ein Handfasting durchführen?
Das ist ein sehr komplexes Thema und die Antwort darauf ist schwierig. Je nachdem , wem diese Frage gestellt wird, wird es sehr unterschiedliche Meinungen geben.
In Deutschland gibt es keine offizielle Naturrreligion und auch keinen offiziell rechtlich anerkannten schamanischen oder heidnischen Dachverband (zumindest soweit ich informiert bin). Es gibt auch keine allgemein anerkannte "Prüfung", mit der jemand die Befähigung oder Erlaubnis dafür erwerben könnte, heidnische oder schamanische Hochzeitsrituale durchzuführen.
Vor der Christianisierung waren u.a. die Sippenoberhäupter, der jeweilige Lehnsherr, aber auch die örtlichen Priester (Druiden, Schamanen, ...) Personen, die eine Eheschließung durchführen konnten. Je nach vorherrschender Glaubensrichtung konnte z.B. auch der Schmied mit dem Schmiedehammer als Vertreter für die nordische Gottheit Thor/Donar eine Ehe weihen.


Wie finde ich eine geeignete Person, die mein Handfasting durchführen kann?
Vergleich mit der eigenen Ausrichtung, gesunder Menschenverstand, Vertrauen und Skepsis sind wichtige Aspekte bei der Suche nach einem geeigneten Priester, einer Priesterin oder einem Schamanen!
Folgende Fragen sind bei der Auswahl sicher interessant zu beachten:
~ Entspricht seine Weltanschauung/sein Götterbild/ sein Glaube/ seine religiöse
   Ausrichtung in etwa der meinen?
~ Ist das, was er macht und wie er es macht, praktikabel und mit den heutigen
   Begebenheiten in Einklang zu bringen?
~ Vertraust du diesem Menschen?
   Würdest du ihm in religiösen Fragen vertrauen?
   Traust du ihm zu, so etwas wie ein "Beichtgeheimnis" zu wahren, d.h.
   vertrauliche Dinge, die du ihm bei der Vorbereitung erzählst, für sich zu
   behalten?
~ Warum möchte die Person die Zeremonie machen? Aus seinem Glauben
   heraus, um der Aufgabe in der Zeremonie willen, für Euch oder für sein
   Selbstwertgefühl, als selbstverständlichen Teil seiner Priesterpflichten oder als
   Möglichkeit, sich selbst zu produzieren oder zu profilieren?
~ Will er Geld dafür? Wenn ja, wie viel und warum (Ausgabendeckung oder
   Geld scheffeln)? Es ist o.k., wenn derjenige sagt: “Ich muss das und das
   besorgen, das kostet so und so viel, ich habe Fahrtkosten von ... , mein
   Zeitaufwand für die Vorbereitung und das Ritual selbst ist in etwa ...”
   Vergiss den Menschen sofort, wenn er mit utopischen Beträgen ankommt.
   (Das Thema Bezahlung ist schwierig und viel diskutiert. Jeder muss selbst
   entscheiden, was er für einen angemessenen Preis hält. Bei meiner Suche im
   www hab ich Leute gefunden, die nichts verlangen und Leute die 800-900 €
   nehmen. Und vieles dazwischen.)
~ Die wichtigste Frage ist aber: Könntest du dir die in Frage kommende Person
   als alleinverantwortlichen Priester in egal welchem Ritual vorstellen, ohne das
   dir Bedenken kommen oder du ein ungutes Gefühl hast?


Von mir selbst durchgeführte Hochzeitszeremonien
und meine Qualifikationen

Ich bin selbst in der Lage, als Schamanin und Priesterin Hochzeitsrituale durchzuführen. Dabei schöpfe ich sowohl aus meinen Erfahrungen mit alten Religionen wie dem keltischen und dem germanischen als auch aus meinem Wissen über das moderne Hexentum. Als Hexe bzw. Priesterin bezeichne ich mich selbst als freifliegend. Mit dem Hexentum befasse ich mich inzwischen aktiv seit 1993. Als Schamanin arbeite ich seit 1997. Wobei sich das Hexentum mit dem schamanischen inzwischen sehr fest verbunden hat.
Um sich ein genaueres Bild über meine Erfahrungen zu machen empfehle ich, ein bisschen auf meiner Homepage zu stöbern. Eine Menge über Jahreskreisfeste ist z.B. hier zu lesen. Über mein schamanisches Wissen habe ich ausführlich hier geschrieben.

Bevorzugt mache ich Rituale im näheren Umkreis meines Wohnortes. Das bedeutet im Raum Landshut, München, Regensburg, Passau; Ingolstadt, Niederbayern. In Ausnahmefällen ist aber auch eine weitere Anfahrt möglich.

Bei mir beginnt alles mit einem Telefongespräch. Dabei werden erste Vorstellungen vom Ritual geklärt. Ein möglicher Termin wird gefunden und wir können schon ein bisschen feststellen, ob ich auch wirklich die geeignete Priesterin oder Schamanin bin . Dabei wird ein Termin für ein erstes Gespräch mit Braut und Bräutigam ausgemacht. Von Angesicht zu Angesicht lässt sich doch sehr viel besser klären, ob man zusammen passt und welche konkreten Vorstellungen das Paar für seine ganz persönliche Hochzeit hat.
Ein zweites Treffen findet dann kurz vor dem eigentlichen Termin statt. Dabei sind dann auch alle anderen dabei, die möglicherweise direkt am Ritual beteiligt sind (soweit das möglich ist).
Diese Treffen finden bei mir in meinem Beratungsraum statt.
Sollte die Anreise zu weit sein, lassen sich alle organisatorischen Dinge auch per Mail und per Telefon klären.

Um eine Idee davon zu bekommen, wie eine Hochzeitszeremonie bei mir aussehen kann, habe ich einige Rituale mit Genehmigung der Brautleute veröffentlicht. Von mir selbst als Priesterin wurden die Zeremonien von Karen und Tim und von Sandra und Ivonne durchgeführt.

Die Kosten:
Für das Ritual und die vorbereitenden zwei Treffen bekomme ich 350 €.
Wenn es noch weitere Vorbereitungstreffen gibt und wenn ich zusätzliche Kosten habe, kommen die noch dazu:
- je 50 € für ein weiteres Treffen
- Anfahrten von mehr als 20 km werden mit 0,35 € pro km berechnet
- bei größeren Entfernungen die Übernachtung in einem Hotel und Essen und Trinken
- falls ich selbst Dekorationsmaterial wie Blumen besorge
Ich finde diesen Preis im Verhältnis zu meinem Zeit- und Arbeitsaufwand angemessen. Sollte es allerdings ein Paar geben, dass sich das wirklich nicht leisten kann, lasse ich auch gern mit mir über den Preis reden.
- Wenn sich das Paar einen Hochzeitsgang wünscht bekomme ich dafür noch mal 100-200 €, je nach dem wie lange es dauert und was dabei noch gemacht wird. (Was das ist habe ich
hier beschrieben)

Wenn Interesse an einer Zeremonie besteht:
Jasra (Silke Vogg)
Tel: 08 743 / 96 70 15
oder
Mail



Durchführung eines Handfastings im Allgemeinen:

Ein Handfasting kann in fast jeder Form stattfinden. Ob allein, im engeren Freundeskreis oder vor hunderten von Leuten, es ändert nichts an dem grundsätzlichen Wert der Zeremonie. Sie kann mit Priester und/oder Priesterin oder auch allein stattfinden. Traditionell ist es allerdings üblich, dass mindestens zwei Zeugen anwesend sein sollten, einer von jeder Seite. Das diente in früheren Zeiten zur rechtlichen Absicherung eventueller Ansprüche. Rechtlich sind Trauzeugen heute nicht mehr notwendig. Auch nicht vor dem Standesamt.

In der Zeremonie sollte etwas verwendet werden, um die Verbindung symbolisch darzustellen. Hierfür eignet sich ein Handfastingband (eine schöne Kordel, ein Tuch oder Borte, etwas selbst besticktes,...), das während der Zeremonie um die Hände geschlungen wird. Da damit die Hände regelrecht aneinandergebunden werden, wäre es ziemlich unpraktisch, es die nächsten Jahre dranzulassen. Daher wird es nach der Zeremonie abgenommen und findet bei den meisten Paaren einen Ehrenplatz zu Hause.
Wer ein äußeres Zeichen für die Verbindung im Alltag tragen möchte, kann auch ein Schmuckstück (z.B. der klassische Ehering) verwenden.
Natürlich darf auch beides verwendet werden.

Die meisten Handfastingzeremonien, die ich mit erlebt habe, beruhten auf irgend etwas zwischen der Rekonstruktion alter Bräuche und mehr oder weniger romantischen Idealvorstellungen einer Feier. Diese wurden dann zusammen genommen und in eine für das Paar geeignete Form gegliedert.
Es gibt nur sehr wenige auf alten Überlieferungen beruhende Zeremonien. Diese würde ich aber nur solchen Paaren empfehlen, die in diesen Überlieferungen und Traditionen groß geworden sind bzw. sich mit diesen vollständig identifizieren können. 
Fazit für alle, die ein Handfasting machen wollen:
Überlegt euch, wie ihr euer Handfasting gerne machen wollt, und macht es dann auch so. Es muss euch passen, und sonst niemandem!



Das Hochzeitsritual an heidnische Traditionen angelehnt
und das Hochzeitsritual an Hexentraditionen angelehnt

Im weiteren Verlauf werden viele Ideen als Möglichkeiten aufgeführt. Dabei gilt immer: alles kann, nichts muss. Von einem ganz kleinen Ritual bis zum großen Zeremoniell mit allem Drum und Dran ist alles möglich.

Der Termin:
Für viele ist es wichtig, einen besonderen Termin für das Ritual zu wählen. Besondere Jahreskreisfeste werden gern genommen, Beltane und die Sommersonnenwende. Aber auch die anderen Feste sind möglich. Das kommt ganz auf das Paar an. Manche haben einen besonderen Bezug zum Vollmond oder zum Neumond. Auch ein besonderes Datum kann gewählt werden (z.B.: 10.10.2010,
11.11.2011, ein Geburtstag, ...)


Wo soll das Handfsting stattfinden?
Letztendlich ist jeder Ort geeignet. Es kann der eigene Garten genauso gut sein wie ein schöner Platz im Wald oder das heimische Wohnzimmer.
Wichtig ist nur, darauf zu achten, dass der Ort nicht von Unbeteiligten gestört wird. Da ich in der Nähe von Landshut lebe, ist mir z.B. schon die Burg Trausnitz vorgeschlagen worden. Da das aber grade in der warmen Jahreszeit ein sehr beliebtes Ausflugsziel ist, leider sehr ungeeignet.
Eine gute Erreichbarkeit sollte auch gegeben sein. Ein schön gestaltetes Ritual erfordert einiges an Utensilien. Die sollte man nicht lange Strecken zu Fuß tragen müssen.
Der gewählte Ort sollte ausreichend Platz für alle Gäste bieten.
Wie wetterabhängig ist der Platz? Gibt es ggf. eine Ausweichmöglichkeit? Auch im schönsten Sommer kann es mal heftig regnen.


Das Handfasting Band:
Hierfür kann eine schöne Borte verwendet werden. Aber auch eine Kordel oder ein hübsches Tuch sind geeignet. Es kann noch mit besonderen Symbolen verziert werden (kleine Anhänger, Stickerei, Runen...). Die Farbe kann dabei beliebig gewählt werden. Das sollte man, finde ich, dem Geschmack des Paares überlassen. Für jeden hat eine spezielle Farbe eine andere besondere Bedeutung.
Eine schöne Idee finde ich, das Band mit den Namen des Paares zu besticken. Dabei könnte man als Symbol der Verbundenheit das Band selbst besticken, jeweils den Namen seines Partners. Für die, die nicht so geschickt darin sind, keine Panik. Es kommt ggf. nicht darauf an, dass es besonders akkurat gestickt ist. Die Tat selbst ist wichtig. Und dabei auch die Gedanken, die man dabei hat. Denn Energie folgt der Aufmerksamkeit.
Beim Binden der Hände kann die linke oder die rechte Hand verwendet werden, je nach Wunsch des Paares. Oder beide Hände können so gehalten werden, das eine 8 entsteht.


Ringe oder anderer Schmuck als offen sichtbares Symbol für die Verbindung:
Zusätzlich oder alternativ zum eigentlichen binden der Hände mit einem schönen Band kann das Paar auch noch Ringe tauschen oder sich ein anderes Schmuckstück wählen dass im Rahmen der Zeremonie geweiht wird.
Eine schöne Möglichkeit ist, dass das Paar sich selbst zwei Amulette anfertigt, aus Steinen, Perlen, besonderen Holzstückchen oder anderen Materialien, die ganz individuell für das Paar stehen. Die könnten dann sogar Teil des Rituals sein. Wobei das Material schon vorher gesammelt werden sollte. Sonst könnte das den Zeitrahmen sprengen.


Dekoration und Altarschmuck:
Wenn ich ein Handfasting mache, bringe ich eine ganze Reihe von Utensilien selbst mit. Doch ist es interessant zu überlegen, welche Gegenstände für das Paar besondere Bedeutung haben: der eigene Ritualkelch, die eigene Atame, besondere Blumen oder andere Gegenstände.
Womit soll der Kreis dargestellt werden? (Blumen, Zweige, Bänder; Holzspäne, Kerzen, ...)
(Anregungen gibt es auf den Fotos)


Ein Hochzeitsgang:
Aus dem Indianischen kenne ich den Begriff Medicinewalk (Medizingang). Dabei wird eine Wanderung durch die Natur gemacht bei der sehr sorgfältig darauf geachtet wird, was einem dabei begegnet. Welche Tiere sieht man? Welche besonderen Bäume fallen einem auf? Findet man unterwegs besondere Steine, Hölzer oder Federn? Alles was man wahrnimmt gibt besondere Hinweise. Der Gang wird normalerweise von einem Schamanen begleitet. Dieser leitet aber lediglich an. Den „richtigen“ Weg sollte das Brautpaar selbst finden. Dabei kann es Hinweise bekommen, was für das gemeinsame Leben wichtig ist, was sie besonders verbindet, u.s.w. ...
Der gemeinsame Weg kann dabei auch ein Symbol für den gemeinsamen Lebensweg sein. Zusammen den „richtigen“ Weg finden und gehen. (Das „richtig“ habe ich bewusst in „“ gesetzt weil es dabei ein richtig oder falsch nicht gibt. Jeder Weg ist der richtige weil die Geister auf dem Weg ihn letztendlich zeigen.)
So ein gemeinsamer Medicinewalk kann direkt vor der eigentlichen Zeremonie stattfinden oder einige Tage vorher. Ersteres könnte die Zeitplanung schwierig machen. Aber andererseits können dann auch wieder Freunde und Verwandte des Paares mit einbezogen werden in dem sie für besondere Begegnungen auf dem Weg sorgen. Einen solchen Gang hab ich selbst schon mitgemacht. Er war wunderschön und hat fast den ganzen Tag gedauert.
Dabei besteht auch die Möglichkeit, dass beide einen unterschiedlichen Weg gehen und erst am Ende endgültig zusammen geführt werden. Wie ein solcher Weg genau gestaltet wird, muss letztendlich individuell abgesprochen werden.


Welche Personen sollen direkt am Ritual beteiligt werden?
Manche finden es schön, viele Leute aus dem engeren Umfeld direkt am Ritual zu beteiligen. Je nach dem, wie viel Ritualerfahrung die Einzelnen haben kann individuell entschieden werden, welche Form der Beteiligung sinnvoll ist. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Trauzeugen
- Brautführer:
Führt die Braut zum Ritual (das kann z.B. der Vater der Braut sein oder eine enge Freundin)
- Brautjungfern:
Sie helfen der Braut beim Ankleiden und sich auf die Zeremonie vorzubereiten. Nach altem Brauch (oder Aberglauben) sind Brautjungfern noch unverheiratete Mädchen, die die Braut in die Kirche begleiten. Sie sollen Geister, die der Braut böses wollen, von der Braut ablenken. Um das zu erreichen, müssen die Brautjungfern Kleider tragen, die dem der Braut sehr ähnlich sind.
- Begleiter für den Bräutigam:
Sie helfen dem Bräutigam bei seinen persönlichen Vorbereitungen
- Blumenkinder:
Sie streuen Blumen wenn Braut und Bräutigam zum Kreis schreiten. Der Duft der Blumen sollte nach heidnischem Brauch Fruchtbarkeitsgöttinnen anlocken, die dem Brautpaar reichlich Nachwuchs bescheren.
- Hüter der Elemente:
Jedes Element im Ritualkreis kann von einer extra Person besetzt werden. Auf Wunsch können diese dann auch die Anrufungen der Elemente übernehmen. Oder sie zünden nach der Anrufung nur die jeweilige Altarkerze für das Element an.
- Kreiswächter:
Um den Kreis noch einmal besonders zu schützen.
- Maiden:
Sie (kann auch ein er sein) macht die Handreichungen für die Priesterin und/oder den Priester. Dazu kann so etwas wie Räucherung nachlegen, Kerzen anzünden, Brot und Wein reichen, gehören.
- Musiker:
Das Ritual kann durch Gesang, Trommeln, Flötenspiel, Harfe oder sonstiges begleitet werden.
- Erzähler:
Von ihm kann während der Zeremonie etwas besonderes über die Eheleute erzählt werden. Er kann eine schöne Geschichte oder ein Gedicht über die Liebe lesen.


Die Vorbereitungen am Ritualplatz:
- Die Ortsgeister begrüßen und um ihre Unterstützung bitten
- kleine Geschenke für die Ortsgeister hinterlassen
  (Blumen, Steine, Tabak, Räucherungen, ...)
- den ganzen Ort (Garten, Haus, Waldlichtung, ...) reinigen und besonders den
  eigentlichen Ritualplatz
- den Ritualkreis legen:
  mit Blumen, Steinen, Gräsern, Ästen, einem farbigen Seil, mit vielen Kerzen
  oder was einem sonst noch geeignet scheint
- Altäre aufbauen und dekorieren:
  Dabei ist es wichtig, sich im Vorfeld zu überlegen, welche Dinge auf den Altar
  sollen.
  Was ist an Ritualgegenständen für das Paar wichtig?
  Was braucht die Priesterin dringend?
  Soll es einen großen Altar geben oder mehrere kleine? Ich selbst mag es sehr,
  einen großen in der Mitte zu nehmen und am Rand des Kreises einen für jedes
  Element
  Wie sollen Elemente und Himmelsrichtungen zugeordnet werden?
  Eine sehr häufige Variante ist zum Beispiel:
  Osten - Luft
  Süden - Feuer
  Westen - Wasser
  Norden – Erde
- Reinigung aller direkt am Ritual beteiligten Personen


Einzug der Gäste:
Soll jeder Gast einzeln gereinigt werden oder alle zusammen?
Womit wird gereinigt? (Wasser und Salz, Räucherung, beides)
Ich finde eine Reinigung der Gäste wichtig um negative Energien aus dem Ritual fern zu halten.

Einzug des Brautpaares:
Aus welcher Richtung betritt das Paar den Kreis?
Mit oder ohne Musik oder Gesang?
Wichtig ist hier auch wieder die Reinigung des Paares.


Das ziehen des Kreises:
Wer soll den Kreis ziehen? (Priester oder ein anderer Helfer?)
Welches Werkzeug soll verwendet werden? (Ritualdolch, Schwert, ein Kristall, ohne Hilfsmittel)
Welche Kreisformel soll verwendet werden?
Soll es Gesang geben?


Anrufung der Himmelsrichtungen, Elemente und Gottheiten/ Wesenheiten:
Die einzelnen Anrufungen schon im Vorfeld gut zu überlegen ist ganz wichtig. Sie sollten genau auf das Paar abgestimmt sein. Ich finde es hier völlig legitim, diese als Text abzulesen. das wird in der Kirch auch so gemacht.
Welche Götter im speziellen sollen mit Namen angerufen werden?
Welche Aspekte der Elemente und Himmelsrichtungen sind für das Paar wichtig?
Einige Anregungen sind hier zu finden.


Das
Eheversprechen:
Das Eheversprechen sollte ganz besonders gut formuliert werden. Denn es ist bindend für die gesamte Zeit, die die Ehe andauert.
Dabei müssen sich Braut und Bräutigam sehr gut mit der Thematik auseinandersetzen und wirklich gut überlegen. Ich persönlich mache keine vorgefertigten Eheversprechen. Ich möchte, dass das Paar selbst eines schreibt. Ich unterstütze allerdings gern dabei. Der Text für das Eheversprechen muss mich überzeugen.
Wichtig ist es, darauf zu achten, keine Verneinungen zu verwenden.
Denkanstöße finden sich hier.


Willst Du ...?:
Die elementare Frage im Ritual. Das „Jawort“
Wie bei allem anderen auch, ist die passende Formulierung hier ganz wichtig.

Das „Jawort“ kann auch gut mit dem Eheversprechen verbunden werden.


Der
Segen für die Verbindung:
Auch dieses ist sehr wichtig und will gut formuliert sein. Wieder ist zu berücksichtigen, welche Aspekte dem Paar wichtig sind.
Möglichkeiten für Segenswünsche sind hier zu lesen.


Die Verbindung bekräftigen:

- Der Besensprung

- Dreimal ums Feuer gehen

- Gegenseitig Brot und Wein oder Brot und Salz reichen:
Als Teil des Rituals können die Brautleute Brot und Wein (oder auch Brot und Salz) miteinander teilen. Danach können sie es als Symbol der Freundschaft auch mit den anderen Gästen teilen. Die gegenseitigen Gaben werden vorher von der Priesterin oder dem Schamanen gesegnet. Natürlich kann der Wein auch durch einen Saft oder Wasser ersetzt werden.


Besondere Texte im Ritual:
Um das Handfasting feierlich zu gestalten, kann es noch mit besonderen Texten gestaltet werden. Gedichte, schöne Geschichten, besondere Lieder, eine Erzählung über das Brautpaar oder was sonst noch gefällt.
Viele Anregungen sind auf den Unterseiten zu finden. Doch auch eigene Texte können im Vorfeld verfasst werden.


Nach dem Ritual:

Zeit für das Paar:
Um dem Paar Zeit zu geben, sich noch einmal ganz auf sich selbst und das Geschehen zu besinnen, können sie nach der Zeremonie noch eine Zeit lang allein im Kreis oder einem extra dafür hergerichteten Platz bleiben. Dabei sollte ein Wächter in der Nähe bleiben um darauf zu achten, dass das Paar auch wirklich ungestört bleibt.

Reis oder Blüten werfen:
Ganz oft wird das Paar als Symbol für die zukünftige Fruchtbarkeit mit Reis beworfen. Auch Blüten habe ich schon erlebt. Das fand ich persönlich noch viel schöner.

Die Morgengabe:
Die ist ein besonderes Geschenk des Bräutigams an die Braut. Dieses bekommt sie, nach altem Recht, am Morgen nach der Hochzeitsnacht. Früher waren das oft Geld oder Güter. Heute kann es etwas besonderes sein. das die Braut erfreut. Natürlich darf es heutzutage auch ein gegenseitiges Geschenk sein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Morgengabe



Das schamanische Hochzeitsritual

Für mich persönlich sind die Unterschiede zwischen einem Hochzeitsritual dass ich als Priesterin abhalte oder einem das ich als Schamanin abhalte nicht so groß.

Bei einem schamanisch orientierten Zeremoniell werden bei den Anrufungen auf jeden Fall verschiedene Geister (Ortsgeister, Elementargeister), die Ahnen des Paares und deren Krafttiere und spirituellen Begleiter mit einbezogen. Statt Gott und Göttin anzurufen, wird hier der Schwerpunkt auf Mutter Erde und Vater Himmel gelegt. Aber wie es letztendlich genau abläuft, ist vom jeweiligen Schamanen und vom Brautpaar abhängig.

Da die Trommel zu einem der wichtigsten schamanischen Werkzeuge gehört, wird ihr Klang im Ritual vielfach zu hören sein. Dabei wäre es natürlich schön, einen oder mehrere Leute mit Trommeln, Rasseln, Glöckchen, Flöten und ähnlichem zu haben, die das Ritual begleiten.

Für den allgemeinen Ablauf kann auch alles mit einbezogen werden, das oben schon beschrieben wurde. Es gibt genauso ein Eheversprechen wenn das Paar es wünscht, es gibt einen Segen und ein besonderes Symbol für die Verbindung. Das kann auch hier ein schönes Band sein.
Eine sehr schöne Idee, die ich noch im Internet gefunden habe, ist eine große Decke, in die das Paar gemeinsam eingehüllt wird.
Fotos dazu auf folgenden Seiten:
http://www.wirkendekraft.at/content_medien.php?p=80052



Letztendlich gibt es so viele schöne Möglichkeiten, eine Zeremonie für das Paar zu einem ganz besonderen Ereignis zu machen, dass es fast unmöglich ist, hier alles davon aufzuzählen. Das Gute Gelingen hängt für mich sowohl von der Qualität des Schamanen oder Priesters ab als auch von der Mithilfe des Hochzeitspaares. Denn ohne ihre Mithilfe kann kein schönes Ritual entstehen.



Andere schöne Seiten über heidnische Hochzeiten, Handfasting und alternative Eheschließungen:

http://www.hexenpfad.de/magierituale/magieritualhandfasting.php
(der Hexenpfad ist eine liebevoll gestaltete Seite die sich an der Wicca Tradition orientiert ohne dabei ihre Individualität zu verlieren)

http://www.mondtoechter.de/?URL1207675605
(das Handfasting von Sandra alias Sianna und Andreas)

http://www.handfasting.info/
(eine sehr umfangreiche Seite auf englisch)

http://www.wirkendekraft.at/content_medien.php?p=80052
Eine schöne Beschreibung einer schamanischen Hochzeit

http://www.keltische-hochzeit.de/index.html
Eine schön gestaltete Seite die auch einiges an Anregungen bietet.


 

Für große Bilder
einfach das Foto anklicken

Der Altar für das Element Erde:
Salzschale, ein Pilz aus Holz, Eine Schale mit Erde und Kräutern, ein Pentagramm

Der Altar für das Element Feuer:
Eine Schale mit Feuer, ein Stab, Kerzen,
ein Stück Holz vom Apfelbaum

Der Altar für das Element Luft:
Federn, eine Räucherschale, Schwert und Atame (Ritualdolch), das benötigte Räucherwerk

Der Altar für das Element Wasser:
Ein Kelch mit Quellwasser, eine Schale mit Quellwasser, Muscheln

Bei der Vorbereitung der Reinigungsräucherung

Das ist eins meiner Ritualgewänder.

Der Altar im Zentrum des Ritualkreises diesmal etwas anders dekoriert.

Im späten Frühling blühen viele Sträucher sehr üppig und bieten eine schöne Kulisse.

Der Ritualkreis aus Rosen gelegt
im Garten des Paares

Eine Tonschale mit Erde (Altar Erde)

Eine Tonschale mit einer großen Kerze
(Altar Feuer)

Beim Medicinewalk durch den Wald ist drei mal ein Hase aufgetaucht. Er steht für Fruchtbarkeit. Wobei Fruchtbarkeit ja auch die geistige Fruchtbarkeit bedeutet und nicht nur den reichen Kindersegen.

Die Ringelnatter ist viel besser auf dem großen Bild zu sehen. Sie steht (wie die Schlangen auch) für Wandlung (Häutung) und Heilung. Sie gilt mancherorts als Bote der Götter.

Der Kreis ist aus Steinen und Blumen gelegt, die Altäre sind aufgebaut, langsam kann das Ritual los gehen.

Hier spreche ich den Segen am Altar im Zentrum.

Der gemeinsame Sprung über den Besen.

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