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Pilze

Corpinus comatus Schopftintling

Eigentlich passt das Thema Pilze nicht unbedingt zu den Heilpflanzen. Da ich aber viele Hexen und Heiden kenne, die sich gern mit dem sammeln von Pilzen beschäftigen, dachte ich mir, ich nehme es doch als Thema auf.
Des weiteren findet sich unter den deutschsprachigen Begriffen, die mit Pilzen im Zusammenhang stehen, häufiger das Wort Hexen. Da gibt es zum Beispiel Hexenringe (Wenn Pilze in einem Kreis wachsen), das Hexenei (unreifer Fruchtkörper der Stinkmorchel; siehe Fotos an der Seite), Hexenbutter (Warziger Drüsling, Exidia glandulosa), oder den Hexenröhrling (Flockenstiliger Hexenröhrling, Boletus luridiformis und Netzstieliger Hexenröhrling, Boletus luridus).
Leider kann ich für die absolute Richtigkeit der Pilznamen unter den Fotos keine Garantie geben. Ich sammle zwar manchmal Pilze, bin aber bei der Bestimmung kein besonderer Experte. Ich nehme halt nur, was ich sicher kenne. Die Fotos habe ich selber gemacht und daran versucht, die Pilze zu bestimmen.

Im Folgenden veröffentliche ich die Ausarbeitung eines Referates, das ich im Rahmen meines Lehramt-Studiums gehalten habe.


Einleitung
1. Die Einteilung der Pilze
2. Der Pilz und seine einzelnen Bestandteile
3. Die Entwicklung der höheren Pilze
4. Die Entwicklung der niederen Pilze
5. Die Entwicklung der Schleimpilze
6. Die Flechten
   Symbiose von Pilzen und Algen


Biologieseminar
Fortpflanzung, Wachstum und Entwicklung II
Dr. rer. nat Andreas Sollmann
Referatsausarbeitung GS
WS 92/93
 

Fortpflanzung, Wachstum und Entwicklung von Pilzen

 

Einleitung

Wenn wir als Laien den Begriff "Pilz" hören, denken wir häufig an Champignons in der Dose oder an irgendwelche mutigen Leute, die in den Wald laufen, um Pilze zu sammeln. Den Schimmelpilz hat wohl fast jeder schon mal im Kühlschrank oder an anderer Stelle gehabt.
Das was wir normalerweise als Pilz bezeichnen, ist nur ein kleiner Teil dessen, was die gesamte Pflanze ausmacht. Wobei der Begriff "Pflanze" fragwürdig ist. In dem Buch "Grundzüge eines natürlichen Systems der Pilze" von Hanns Kreisel stand folgendes Zitat: "Die Pilze sind also weder Pflanzen noch Tiere; sie gehören zu den Protobionten und nehmen unter diesen eine ganz selbstständige Stellung ein " In anderer Literatur wiederum werden die Pilze als Pflanzen bezeichnet.
Insgesamt haben die Pilze einen enormen Artenreichtum. Fasst man alle Klassen zusammen, kommt man auf eine Zahl von ca. 60 000 verschiedene Arten, wobei die höheren Pilze mit 30 000 bis 40 000 Arten am häufigsten vertreten sind. Aus diesem Grund beschäftige ich mich in meinem Referat auch hauptsächlich mit den höheren Pilzen.
 

1. Die Einteilung der Pilze

A  Myxophyta
     Klasse: Schleimpilze (Myxomycetes)
     Von den Schleimpilzen gibt es ca. 500
     Arten. Sie ähneln im Aussehen Schleim-oder
     Speichelklümpchen. Im Reifezustand sind
     sie von fester Konsistenz und stäuben wie
     Boviste. Aus den Sporen entwickeln sich
     kriechende, tierähnliche Schwarmzellen,
     die sich zu Schleimmassen vereinigen.
     Deshalb nennt man sie auch Pilztierchen.

B  Fungi, Pilze
I  Klasse 1: Urpilze (Archimycetes)
     Diese Pilze haben keine Zellwand und
     bestehen aus einem nackten Protoplasma-
     klumpen. Sie leben parasitisch in den
     Zellen anderer Pflanzen. Bei der Fort-
     pflanzung zerfallen sie insgesamt.


II Echte Pilze, Eumycetes
   niedere Pilze:
   Klasse 2: Algenpilze (Phycomycetes)
     Die Algenpilze sind mit über 1000 Arten
     vertreten. Sie stammen von den Algenformen
     ab. Sie haben zwar Zellwände aber keine
     Querwände in den Hyphen. Sie leben sowohl
     auf dem Land als auch im Wasser.

   höhere Pilze:
   Klasse 3: Schlauchpilze (Ascomycetes)
     ca. 15000 - 20000 Arten

   Klasse 4: Ständerpilze (Basidiomycetes)
     ca. 15000 - 20000 Arten
       1. Ordnung: Hutpilze (Hymenomycetales)
       2. Ordnung: Bauchpilze (Gasteromycetales)

Im weiteren Verlauf werde ich hauptsächlich über die höheren Pilze berichten, da diese zahlenmäßig am häufigsten vertreten sind. Kurz eingehen werde ich auch auf die niederen Pilze und die Schleimpilze.
 

2. Der Pilz und seine einzelnen Bestandteile

Wie schon erwähnt, bestehen Pilze nicht nur aus dem, was wir an der Oberfläche sehen können. Der größte Teil besteht aus einem bleichen, mehr oder weniger verzweigten Fadengeflecht. Pilze besitzen kein Chlorophyll (Blattgrün) und keine Assimilationspigmente. So ist es den Pilzen nicht möglich, Photosynthese zu betreiben. Andererseits können Pilze auch in den dunkelsten Ecken wachsen, weil sie nicht auf Licht angewiesen sind. So sind zumindest die chlorophyllhaltigen Pflanzen keine Konkurrenz für ihn. Die zum Leben benötigten Nährstoffe entnimmt der Pilz der organischen Substanz, die er besiedelt. Von diesen heterotrophen Lebensweisen kennt man im Reich der Pilze drei verschiedene:
- Saphrohytismus: Der Pilz lebt in bereits abgestorbener organischer Substanz und entnimmt dieser den notwendigen Nährstoff.
- Parasitismus: Der Pilz beutet einen anderen, noch lebenden Organismus aus. Dieser kann sowohl ein Tier als auch eine Pflanze sein.
- Symbiose: Der Pilz verbindet sich mit einem anderen Organismus zu einer Lebensgemeinschaft. Die Symbiose schädigt den Organismus nicht, sondern bringt häufig beiden Partnern einen Nutzen.
Unter den Pilzen gibt es viele, die für den Menschen genießbar sind, wie z.B.: Champignon, Steinpilz, Rotkappe, Schopftintling(nur der junge Pilz). Aber es gibt auch welche, die giftig sind. Hierzu gehören z.B. weißer und grüner Knollenblätterpilz(beide tödlich giftig!!!), Pantherpilz, roter und brauner Fliegenpilz.
Wieder andere Pilze wirken besonders bei Pflanzen als Krankheitserreger.


2.1. Das Myzel

Das Myzel ist der Teil des Pilzes, der unter der Erdoberfläche, beziehungsweise innerhalb der Substanz in der der Pilz wächst, lebt. Dies ist also die eigentliche Pflanze. Das Myzel bildet sich aus einem sehr feinen Fadengeflecht. Diese einzelnen weißlichen, langgestreckten Fäden nennt man Hyphen, wobei jede Hyphe eine Zellreihe darstellt. So kann man sagen, dass das Myzel aus der Gesamtheit aller Hyphen besteht. Es ist das Vegetationsorgan des Pilzes und versorgt ihn mit Nährstoffen. Das Myzel ist sehr zart und empfindlich. Nimmt man z.B. das Myzel eines Waldpilzes aus dem Boden heraus, zerfällt es, weil es nur durch die Bodenpartikel beschützt wird.


2.2. Der Fruchtkörper

Der Fruchtkörper ist der sichtbare Teil des Pilzes. Er wird zu bestimmten Zeiten vom Myzel erzeugt, ist aber im Gegensatz zum Myzel selbst sehr kurzlebig. Genau wie das Myzel besteht der Fruchtkörper aus Hyphen. Wenn diese sich immer weiter teilen und verzweigen, bilden sie irgendwann als Kern ein dichtes Körpergeflecht. Dieses wächst dann parallel nach oben, durchbricht das Substrat in dem das Myzel liegt und bildet den Fruchtkörper aus, in dem die Sporen für die Weiterverbreitung des Pilzes entstehen. Der Fruchtkörper wächst teilweise außerordentlich schnell. Dadurch ist auch das Sprichwort "wie Pilze aus dem Boden schießen" entstanden.


2.3. Die Sporen

Die Sporen sind Zellen, die sich von der Mutterpflanze (dem Fruchtkörper) lostrennen, wenn sie reif sind. Mit bloßem Auge sehen sie wie ganz feiner Staub aus. Erst unter dem Mikroskop sind die einzelnen Gebilde zu unterscheiden. Größe, Form und Farbe der Sporen sind für die einzelnen Pilzarten so charakteristisch, dass sie für die Bestimmung des Pilzes von Bedeutung sein können. In der Form können die Sporen länglich, eiförmig, rund, eckig oder ungefähr Sternförmig sein, die Oberfläche ist glatt oder rau. Ein einziger Fruchtkörper bringt eine erhebliche Anzahl von Sporen hervor. Bei einem Edelpilz sind es ca. 2 Milliarden und beim Riesenbovist sogar 5-6 Billionen. Die Sporen liefern die wichtigsten Merkmale der einzelnen Pilzarten.
 

3. Die Entwicklung der höheren Pilze

3.1. Die Entwicklung der Ständerpilze

Die Ständerpilze (Basidiomycetes) sind die Pilze mit denen es ein Pilzsammler am häufigsten zu tun hat. Diese Pilze zeigen eine Gliederung in einen Stiel und einen Hut. Der Hut hat die Aufgabe, das Sporenbildende Gewebe so weit über den Erdboden zu bringen, dass eine ungehinderte Sporenstreuung gesichert ist. Ein junger Pilz hat deshalb noch einen kurzen und dicken Stiel, der sich aber im Wachstumsverlauf in die Länge streckt.
Das Besondere an den höheren Pilzen ist, dass die Zellwände der Hyphen Chitin enthalten. Dies tritt sonst nirgends im Pflanzenreich auf.
Die Ausbreitung des Myzels erfolgt oft kreisförmig. Stirbt dann der ältere innere Teil ab, entstehen Ringe. Daraus ergibt sich, dass auch die Fruchtkörper in einem ringförmigen Gebilde wachsen. Diese sogenannten Hexenringe verleiteten früher die abergläubischen Leute zu den wildesten Vermutungen. Daher stammt auch der Name.
Ein Merkmal der Ständerpilze ist die Entstehung der Sporen. Sie vollzieht sich exogen, also äußerlich. Die Sporen werden von keulenförmig angeschwollenen Hyphenenden, den sogenannten Ständern oder Basidien (daher der Name Ständerpilz) abgegliedert. Unterteilt wird hier noch einmal in Hymenomycetales (Hutpilze) und Gasteomyzales (Bauchpilze).

Die große Zahl der Sporen wird durch den Wind verteilt. Trotz der hohen Sporenmenge gibt es aber nicht Unmengen von Pilzen einer Art. Das liegt daran, dass jede Art spezielle Anforderungen an den Boden stellt. Nur wenige Sporen werden vom Wind auf ein Substrat getragen, auf dem die entsprechende Art auch existieren kann. Ist dieses aber geschehen, beginnen die Sporen auszukeimen. Es entsteht ein Keimschlauch oder auch primäres Myzel genannt. Durch wiederholte Zellteilung entsteht ein Myzel mit lauter einkernigen Zellen. Dieses ist unbegrenzt wachstumsfähig.
Die Sporen sind verschiedengeschlechtig, es gibt also männliches und weibliches Myzel. Allerdings sind Geschlechtsorgane nicht sichtbar ausgebildet. Treffen aber zwei verschiedengeschlechtige Myzelzweige mit ihren Wachstumsspitzen zusammen, legen sich ihre Kerne paarweise aneinander. Das Zellplasma vereinigt sich, der männliche und der weibliche Kern verschmelzen jedoch nicht. Das Myzel wächst jetzt mit zweikernigen Gliedern als sogenanntes Paarkernmyzel weiter. Aus diesem Paarkernmyzel können jetzt die Fruchtkörper gebildet werden, in dem dann die Sporen entstehen.
Als Beispiel für die Sporenbildung bei den Hutpilzen verwende ich die Lamellen- oder auch Blätterpilze. Diese Lamellen sind blattartige, dünne, senkrechtstehende und radial angeordnete Platten und befinden sich an der Unterseite des Hutes. Sie sind bei den einzelnen Pilzarten sehr unterschiedlich beschaffen und sind darum für die Bestimmung der Lamellenpilzarten wichtig.
Die Lamellen bilden das Sporenlager (Hymenium) des Pilzes. Sie bestehen wie der gesamte Pilz aus stark verflochtenen Hyphen. Diese enden in keulenförmigen Zellen, den sogenannten Basidien. An den freien Enden der Basidien gibt es jeweils zwei oder vier Auswüchse. Sie werden Stregimen genannt und enthalten in kugeligen Anschwellungen die Sporen. Dazwischen befinden sich sterile Zellen, also Zellen die keine Stregimen am Ende haben. Sie sorgen dafür, dass die Basidien genügend Halt finden.
Die Entstehung der Basidien:
Wie in den anderen Zellen des Fruchtkörpers auch, befinden sich in den Endzellen der Hyphen zwei haploide Kerne (männlich und weiblich). Erst wenn die Umwandlung von der Hyphe zur Basidie stattfindet, erfolgt auch eine Verschmelzung der beiden Kerne zu einem diploiden Kern. Dieser besitzt jetzt gegenüber den haploiden Kernen die doppelte Anzahl von Chromosomen. Durch Reduktionsteilung wird die Chromosomenanzahl wieder auf die Hälfte verringert. Von diesen vier Kernen sind jeweils zwei männlich und zwei weiblich. Inzwischen sind am Ende der Basidien die vier Stregimen entstanden, in die jetzt je eine der Zellen einwandern kann. Von den Stregimen werden die Sporen dann abgeschleudert und können mit dem Wind verbreitet werden.
Die Bauchpilze unterscheiden sich dadurch von den Hutpilzen, dass das Sporenbildende Gewebe dauernd von einer Hyphenhülle umschlossen ist und die Sporen somit im Innern des Fruchtkörpers heranreifen. Hierauf noch weiter einzugehen würde den Rahmen des Referates sprengen.


3.2. Die Entwicklung der Schlauchpilze

Die Schlauchpilze (Ascomycetes) sind die am höchsten entwickelten Pilze. In ihren Zellen befindet sich genau wie bei den Ständerpilzen Chitin.
Zur Fortpflanzung der Ständerpilze sind immer männliche und weibliche Sporen notwendig. Dies ist bei den Schlauchpilzen anders. Hier verläuft die Fortpflanzung durch sogenannte Ascosporen. Liegt eine solche auf einem geeigneten Boden, beginnt sie, wie die Sporen des Ständerpilzes, ein Einkernmycel auszubilden. Beginnt das Myzel, sich zur Fruchtkörperbildung zu verdichten, werden an den Endzellen bestimmter Hyphen die Geschlechtsorgane ausgebildet. Ein Teil davon ist männlich und der andere Teil ist weiblich. Beide sind blasenförmig und enthalten viele Zellkerne. Die weiblichen werden als Ascogone bezeichnet. An ihrem Scheitel entsteht eine langgestreckte Papille, die das Empfängnisorgan (Trichogyne) bildet. Die männlichen Geschlechtsorgane werden Antheridien genannt. Sie liegen in unmittelbarer Nähe der Ascogonen und sind mit diesen durch die Trichogyne verbunden. Diese Trichogynen enthalten ebenfalls eine größere Anzahl von Zellkernen, die aber nach einer gewissen Zeit absterben. Ist dies geschehen, öffnen sie sich und die Zellen des männlichen Geschlechtsorgans wandern in das weibliche. Im Ascogon befinden sich dann gleich viele männliche und weibliche Kerne, die sich paarweise aneinander legen. Vom Ascogon aus werden nun sogenannte ascogene Hyphen gebildet in die dann je ein Kernpaar einwandert. Es entsteht also das Paarkernmyzel. Daß diese Paarkernigkeit nicht verloren geht, wird durch konjugierte Kernteilung erreicht. Das bedeutet, dass sich die beiden Zellkerne immer gleichzeitig teilen. Die Verschmelzung der Zellen findet erst in den Endzellen der ascogenen Hyphen statt. Hierbei findet gleichzeitig die Schlauchbildung (Ascusbildung) statt. Die Endzelle bildet einen rückwärts gekrümmten Auswuchs, den Haken aus. Und es findet wieder eine konjugierte Teilung statt. Eine männliche und eine weibliche Zelle bleiben in der Spitze und von den beiden anderen Zellen wandert eine in den Haken und die andere in den Stiel. Durch eine entstehende Zellwand werden sie dann von der Endzelle abgetrennt. Diese Endzelle bildet jetzt die Ascusanlage, in der nun die beiden Zellkerne Verschmelzen. Die Endzelle wird nach der Verschmelzung größer und wächst zum sogenannten Schlauch heran, in dem sich zuerst eine Zelle befindet. Dann teilt der Kern sich dreimal und es sind insgesamt acht Kerne entstanden. Diese beginnen sich mit einer Membran zu umgeben und entwickeln sich zu Ascosporen. Gleichzeitig zu diesem Vorgang verbinden sich die beiden einkernigen Zellen wieder zu einer zweikernigen, indem sie sich miteinander verbinden. Diese kann dann erneut mit der Haken- und Ascusbildung beginnen. So können am Ende einer ascogenen Hyphe ganze Schlauchbüschel entstehen. Zwischen den Geschlechtsorganen und den Schläuchen befinden sich noch viele einkernige Hyphen, die gemeinsam mit den anderen die Fruchtschicht (Hymium) bilden. Sind die Ascosporen reif, öffnen sich die Schläuche am Scheitel und schleudern die Ascosporen hinaus. Der Wind sorgt dann für ihre Verbreitung.
Bei den Schlauchpilzen kann die Fortpflanzung auch ungeschlechtlich stattfinden. Ein Beispiel hierfür ist der Hefepilz als niederer Vertreter der sonst höher entwickelten Schlauchpilze. Er pflanzt sich lediglich über die Zellteilung fort.
 

4. Die Entwicklung der niederen Pilze

Einen Vertreter der niederen Pilze haben die meisten schon gesehen, den Schimmelpilz. Er entsteht z.B. wenn man Wurst oder Käse zu lange im Kühlschrank liegen lässt oder wenn das Brot nicht schnell genug gegessen wird. Im Kühlschrank dauert es allerdings wesentlich länger, bis Schimmel entsteht, weil er sich bei höhern Temperaturen besser ausbreitet. Brot schimmelt schneller, wenn es feucht liegt. Hierzu habe ich einen kleinen Versuch gemacht. Ich habe angefeuchtetes Brot für einige Zeit in einer Käsedose hingestellt. Nach ein paar Tagen ist auf dem Brot ein Fadengeflecht entstanden. Unter dem Mikroskop würde man erkennen, dass dies aus einer einzigen vielkernigen Zelle besteht. Nach einiger Zeit entstehen Zweige, die an ihrem Ende zu kleinen kopfartigen Gebilden anschwellen. Daher hat der Köpfchenschimmel seinen Namen. Durch die Entstehung von Querwänden sondern sich die Köpfchen von der übrigen Zelle ab. In den Köpfchen entstehen dann die Sporen und die Sporenkapseln (Sporangien). Das Fadengeflecht des Schimmels breitet sich im ganzen Brot aus, ist aber nur an der Oberfläche genau erkennbar. Dies gilt für alle organischen Substanzen, auf denen Schimmel wächst. Des weiteren ist noch ein anderer, grünlicher Schimmelpilz entstanden, dessen Namen ich nicht kenne. Viele Schimmelarten sind nicht besonders gesund für den Menschen, darum sollte man verschimmelte Lebensmittel nicht mehr essen. Es reicht auch nicht, die verschimmelten Stellen einfach zu entfernen.
 

5. Die Entwicklung der Schleimpilze

Die Schleimpilze (Myxomycophytina) gehören zu den Pilzarten, die kein Fadengeflecht ausbilden. Sie bestehen aus einer schleimartigen Masse, einer vielkernigen, querwandlosen Protoplasmamasse (Plasmodium). Sie nehmen nur während der Sporenbildung eine bestimmte Gestalt an. Dieses Plasmodium (der Fruchtkörper) entsteht durch die Verschmelzung vieler amöboider (Amöbe-Wechseltierchen) Zellen. In den Fruchtkörpern entstehen die Sporen. Diese keimen auf feuchtem Untergrund zu Schwärmern aus. Das sind zweizellige Gebilde die ähnlich den Geißeltierchen einen schwingenden Faden besitzen. Verlieren sie ihre Geißel, entwickeln sie sich zu Myxamöben. In dieser Wechseltierchen ähnlichen Form können sie sich mit Hilfe von ausgestreckten Fortsätzen kriechend bewegen. Diese Myxamöben teilen sich und verschmelzen dann wieder zu der vielzelligen Schleimmasse. Die Plasmodien treten erst bei der Sporenbildung ans Licht.
Als Lebensraum bevorzugt der Schleimpilz faulende und absterbende Pflanzenteile. Er muss vor Austrocknung geschützt sein.
Die Ähnlichkeit der Schleimpilze mit Geißeltierchen und Amöben zeigt, dass diese Pilze weder dem Tier- noch dem Pflanzenreich eindeutig zugeordnet werden können.
 

6. Die Flechten
   Symbiose von Pilzen und Algen

Von den Flechten gibt es mehr als 20000 verschiedene Arten. Hier haben sich Grün- oder Blaualgen mit Schlauchpilzen zu einer sehr engen Lebensgemeinschaft zusammengeschlossen. Sie ist so eng, dass beide Partner kaum ohne den anderen existieren können. In Einzelkultur können sie nicht voll gedeihen. Teilweise produzieren die Flechten auch Stoffe, die weder der Pilz noch die Alge allein produzieren könnten. Die Algen versorgen den Pilz mit organischen Nährstoffen und der Pilz dient als Wasserspeicher und liefert Nährsalze und Atmungs-CO2.
Die Fortpflanzung der Flechten verläuft zum größten Teil ungeschlechtlich durch abgeschnürte Pilzhyphen, in denen die Alge enthalten ist (Brutkörperchen). Eine zweite ungeschlechtliche Möglichkeit ist das Bilden von stift- oder korallenförmigen Auswüchsen auf der Thallusoberfläche. Der Thallus besteht aus zwei Rindenschichten. Zwischen diesen liegt eine lockere Markschicht in dessen oberen Teil die Algen eingelagert sind. Die Pilzhyphen legen sich an die Alge an oder dringen in sie ein. Eine geschlechtliche Fortpflanzung gibt es nur, wenn der Pilzanteil der Flechte Sporen ausbildet. Diese können allerdings nur keimen, wenn sie die dazugehörige Alge finden.
Flechten sind die anspruchslosesten aller Pflanzen. Darum sind sie auch fast überall, auch an Steilküsten und in Hochgebirgen, zu finden. Allerdings benötigen fast alle Arten saubere Luft zum Leben. So ist ihr Vorkommen ein Kriterium für die Luftqualität.
 

Literatur:
- dtv-Atlas zu Biologie (2 Bände)
- Winters naturwissenschaftliche Taschenbücher,
  Unsere Pilze (Bibo: VPR 1349)
- Meyers Großes Universallexikon (15 Bände)
- Hanns Kreisel; Grundzüge eines natürlichen Systems der
  Pilze (Bibo: VPM 1239)



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Ein Hexenring muss nicht immer einen vollständigen Kreis bilden.

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Phallus impudicus
Stinkmorchel
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