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Tod und Sterben - Seelenbegleitung - Psychopompos Der Tod aus schamanischer Sicht
Das Wort Psychopompos stammt aus dem griechischen und bedeutet übersetzt „Seelenbegleiter“.
Der Tod ist etwas, das uns im alltäglichen Leben ständig begleitet. In der Zeitung lesen wir von Autounfällen mit x Toten. In den Nachrichten wird von Selbstmordattentätern berichtet, die wieder mal x
Menschen mit in den Tod gerissen haben. Kriege in der ganzen Welt lassen Unmengen von Menschen sterben. Naturkatastrophen wie Tsunamis oder Vulkanausbrüche sind in den Medien keine Seltenheit mehr. Kinder werden in
der Schule von einem Amokläufer erschossen. Ein Mann stirbt in einer S-Bahn, weil er Zivilcourage bewiesen hat. Diese Ereignisse bewegen uns, machen uns wütend oder traurig. Sie lassen uns oft hilflos fühlen.
Manchmal ist es auch ein Mensch, der uns mehr oder weniger nah gestanden hat, der gestorben ist. Noch viel näher ist das alltägliche Sterben in der Natur: Der Rhythmus von Sterben und wieder neu geboren werden im
Lauf des Jahres oder das Sterben der Tiere und Pflanzen, die uns als Nahrung dienen. Denn ohne zu töten, können wir nicht überleben.
Das Thema Tod, Sterbebegleitung und Seelenbegleitung ist ein wichtiger
Bestandteil der schamanischen Arbeit. Jeder nimmt das Sterben anders wahr und jeder geht anders damit um. Mit diesem Artikel möchte ich Anregungen oder Hilfestellung geben, wie man sich aus schamanischer Sicht
mit dem Thema Tod und Sterben auseinander setzen kann. Sich schon früh, wenn man noch jung ist, mit dem Tod zu beschäftigen, kann bedeuten, dem Tod, wenn er zu uns kommt, ohne Trauer und Angst zu begegnen.
Ich schreibe hier in erster Linie über meine eigene Meinung und über meine eigenen Erfahrungen und Wege, mich mit dem Thema zu beschäftigen.
Inhalt: -
Zitate über den Tod und das Sterben - Tod und Sterben in der heutigen Gesellschaft
- Der Tod im Tarot - Eine schamanische Reise ins Totenreich - Zerstückelung und der schamanische Tod -
Die Auseinandersetzung mit dem eigenen körperlichen Tod - Meine erste schamanische Reise zum Thema Tod
- Konfrontationen mit dem Tod, eigene Erfahrungen - Tod auf dem Parkplatz
- Ein Selbstmord und wie ich damit umgegangen bin - Der Tod meiner Großmutter -
Für meine Ahnen (ein Gedicht) -Links zum Thema Tod und Sterben
Zitate über den Tod und das Sterben
Ich habe eine ganze Reihe Zitate von mehr oder weniger bekannten Menschen gefunden, die das Thema Tod und Sterben zum Inhalt haben. Einige möchte ich hier wiedergeben, weil ich denke, dass auch sie
helfen können, sich mit dem Thema zu beschäftigen.
"Nein, ich habe keine Angst vor dem Tod, denn ich kann mich nicht erinnern, vor meiner Geburt Angst vor dem Leben gehabt zu haben."
Sir Peter Ustinov
„Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben.“ Marcus Aurelius, römischer Kaiser
„Der Tod lächelt uns alle an, das einzige was man machen kann ist zurücklächeln!“
Marcus Aurelius, römischer Kaiser
„Sterben kann gar nicht so schwer sein - bisher hat es noch jeder geschafft.“ Norman Mailer
„Alle, die in Schönheit gehn, werden in Schönheit auferstehn.“
Rainer Maria Rilke
„Was wir wünschen und loben, ist nicht der Mut, würdig zu sterben, sondern der Mut, mannhaft zu leben.“ Thomas Carlyle
„Wir müssen immer lernen, zuletzt auch noch sterben lernen.“
Marie von Ebner-Eschenbach
„Das, was wir zu verlieren fürchten, wenn der Tod eintritt, ist die Struktur, die das Denken als "Ich" aufgebaut hat, die Form, der Name und die
Gebundenheit an die Form und an diesen Namen.“ Krishnamurti
„Der Körper stirbt, aber der Geist, der ihn übersteigt, kann vom Tod nicht berührt werden. Das bedeutet, ich bin unsterblicher
Geist.“ Ramana Maharshi
„Der Mensch, wenn er aus der natürlichen Welt in die geistige übergeht, was also geschieht, wenn er stirbt, nimmt all das Seinige - oder das, was zu seinem Menschen
gehört hat, mit sich, mit Ausnahme seines irdischen Leibes.“ Emanuel Swedenborg
„Der Tod ist Anfang eines neuen Lebens.“ Montaigne
„Der Tod ist ein Schlaf, in welchem
die Individualität vergessen wird: Alles andere erwacht wieder oder vielmehr ist wach geblieben.“ Arthur Schopenhauer
„Was aber dem Leben Sinn verleiht, gibt auch dem Tod Sinn. Es ist leicht
zu sterben, wenn es in der Ordnung der Dinge liegt.“ Antoine de Saint-Exupéry
„Wenn es möglich wäre, bei Lebzeiten zu wissen, was nach dem Tode mit uns geschieht, würde niemand Angst vor dem
Tode haben.“ Leo N. Tolstoi
Tod und Sterben in der heutigen Gesellschaft
Das Sterben von Menschen ist in unserer westlichen Kultur zu einem seltsamen Thema geworden. Auf der einen Seite wird das Massensterben von Menschen in aller Öffentlichkeit breit getreten. Es werden möglichst
detaillierte Bilder gezeigt, je grausamer, je besser. So ist zumindest oft mein Eindruck. In diversen Spielfilmen ist das Töten der „Bösen“ völlig normal. Auf Internetseiten verabreden sich Jugendliche zum
kollektiven Selbstmord. Amokläufe in Schulen werden schon fast „normal“. Ich könnte noch vieles dazu aufzählen... Auf der anderen Seite ist das Sterben ein Tabuthema. Die alten und schwer kranken Menschen werden
in Krankenhäuser oder Altenheime gestopft, wo es kaum genug Personal gibt, sich zumindest halbwegs um die Menschen zu kümmern. Die Begleitung eines Sterbenden ist eine Seltenheit. Viele sterben ganz allein. Auch die
Angehörigen müssen mit ihrer Trauer allein fertig werden. Es gibt kaum jemanden, der kompetente Hilfe leisten kann. Es gibt eine Menge Beerdigungsinstitute. Sollte man als Betroffener doch annehmen, dort erhalte
man kompetente Unterstützung. In den meisten Fällen scheint das leider nicht so zu sein. An erster Stelle steht der Profit. Eine Freundin von mir hat mir ihre sehr krassen Erfahrungen dazu berichtet. Außer mehreren
Versuchen, sie abzuzocken, hat sie keinerlei „Unterstützung“ bekommen. Aber „Trauerhilfe“ schreiben sich alle groß auf ihre Fahnen.
Die Sterbebegleitung der katholischen Kirche beschränkt sich oft nur auf das Abnehmen der Beichte. In den Krankenhäusern werden alte und schwer kranke Menschen an Maschinen angeschlossen und es werden
Operationen durchgeführt, die das Leben verlängern sollen. Oder das Sterben möglichst lange herauszögern? Oft sind es die Angehörigen, die diese Entscheidungen treffen, weil die Patienten selbst gar nicht mehr dazu
in der Lage sind. Wie sinnvoll ist ein Leben mit Schmerzen, meistens allein, in einem Bett wo es drum herum ständig piepst? Darüber ist schon unendlich viel diskutiert worden... Warum dürfen die Menschen heute nicht
einfach in Frieden sterben? Doch ich möchte hier nicht über juristische und moralische Aspekte von aktiver oder passiver Sterbehilfe schreiben. Vielleicht nur ein bisschen anregen, sich darüber eigene Gedanken zu
machen.
Ich erinnere mich noch gut, wie ich die Beerdigungen meiner Großeltern erlebt habe. Es waren jeweils sehr viele Mensche dort. Meine Großeltern waren sehr bewundernswerte Menschen und im Dorf gut
bekannt. Der Pastor hat viele Dinge über meine Großeltern geredet. Meiner Meinung nach zu viele. Der Sarg war geschlossen und ein großes Blumengesteck war darauf. (Meine Großeltern sind im Abstand von ½ Jahr
gestorben und es lief jedes mal recht ähnlich ab.) Am schlimmsten war es dann am Grab. Wir, die engsten Angehörigen, mussten Spalier stehen. So zumindest habe ich mich gefühlt. Jeder Trauergast kam, schüttelte
die Hand und wünschte „herzliches Beileid“. Dabei viele verstohlene Blicke ins Gesicht, ob auch anständig geweint wird. Ich habe mich ausgeliefert gefühlt. Niemand hat mich gefragt, wie ich mich grade fühle, welche
Erinnerungen ich grade an meine Großeltern habe, was ich an ihnen geliebt habe. Darüber hätte ich gern gesprochen. Aber das wollte niemand. Nur ein flüchtiges „herzliches Beileid“. Für mehr hat es nicht gereicht.
Niemand wollte wissen, ob ich mich überhaupt in die Reihe mit stellen möchte und mir von so vielen Fremden die Hand schütteln lassen möchte. Es wurde erwartet, weil das einfach so üblich ist. Ich hatte nicht den
Eindruck, als ob es auch nur einem aus meiner Familie gefallen hat. Sie hätten sich alle viel lieber in aller Stille verabschiedet. Aber warum hat sich niemand getraut, das auch zu sagen? Weil man dann eine Maske
hätte ablegen müssen, die in dem Augenblick alle aufgesetzt hatten. Zum Beerdigungskaffe haben dann alle nur über Oberflächliches geredet. Wieder keine echten Gefühle, keine schönen Erinnerungen, kein „Wie geht
es Dir wirklich?“. Lachen und Scherzen war ebenfalls nicht erwünscht. Warum? Ich hätte gern gelacht. Ich habe einige aus der Verwandtschaft getroffen, die ich lange nicht gesehen hatte. Darüber hatte ich mich
gefreut. Der Tod meiner Großeltern hat für mich einen freudigen Aspekt gehabt. Sie waren beide nach schwerer Krankheit gestorben und durften beide diese Reise in ihrem eigenen zu Hause antreten. Beide haben in
ihrem Leben erfahren dürfen, was Liebe bedeutet und haben viele schöne Dinge erleben dürfen. Das Gedicht „Für meine Ahnen“ habe ich für sie geschrieben.
Ich denke, dass viele es ähnlich erlebt haben, das Tabu des Todes.
Der Tod im Tarot (und in anderen Legesystemen)
Die Nummer 13, der Tod oder das Ende, in der großen Arkana. Die Nummer 8, der Sarg, bei den Lenormandkarten.
Wenn ich bei einer Kartenlegung den Tod dabei habe, ist das für mich meistens ein gutes
Zeichen, auch wenn viele den Tod als negative Karte betrachten. Der Tod ist ein Symbol für Veränderung, Entwicklung und einen neuen Anfang. Er kann für das Ablegen alter Gewohnheiten und veralteter Glaubenssätze
stehen. Er steht für das Loslassen. Auch wenn dieses Loslassen erst einmal Schmerz bedeutet, ist es doch notwendig für die Weiterentwicklung. Wenn eine Phase zu Ende geht, ist das schwer, weil Menschen oft in ihren
Gewohnheiten fest stecken. Ich selbst habe noch nie erlebt, dass die Karte „Tod“ den körperlichen Tod symbolisierte. Wenn es dabei um das Ende des Lebens geht, ist es mehr die große Angst vor dem Sterben, die
aufgelöst werden möchte. Wenn es wirklich um den körperlichen Tod geht, bezieht sich diese Karte möglicherweise auf eine bereits verstorbene Person aus dem Umfeld des Fragenden, die noch eine wichtige Bedeutung
hat. Der Tod ist immer die Notwendigkeit für einen Neubeginn, für eine Veränderung für Transformation. Alles hat ein Ende, aber dieses Ende bringt immer einen neuen Anfang. Der Tod und damit die Veränderung
ist etwas Unausweichliches. Irgendwann müssen wir uns darauf einlassen. Sonst kommt es zu Stagnation. Die wiederum führt zu Frustration und Depression. In dem Tarot, das ich am liebsten lege, dem Tarot der Weisen
Frauen, trägt die 13. Karte den Namen „das Ende“. Neben der klassischen Darstellung des Todes mit Sense und Kapuze ist hier auch ein Baby umringt von Frühlingsblumen mit auf dem Bild. Ich finde das ein sehr
gelungenes Symbol für Ende und Neubeginn. Die 13 ist bei uns meistens eine Unglückszahl. Das war aber mal anders. Bei den Babyloniern war die 13 eine Glückszahl: 12+1 Götterpaare.
In der Numerologie (nach Reichstein) steht die 13 für Transformation. Die christliche Religion sieht die 13 ebenfalls als Unglückszahl. Sie ist die Zahl des Judas, des 13. Jüngers, der Jesus verraten hat. Im
Christentum ist der Tod durch die Möglichkeit, für ewig in die Hölle zu kommen, allerdings auch mit sehr vielen Ängsten behaftet. Die Möglichkeit für eine neue Chance wird hier nicht gegeben. Beim Lenormand ist
es die Zahl 8, die mit dem Bild eines Sarges verbunden ist. Die 8 Feste des Jahreskreises, die von vielen modernen Heiden (Hexen, Druiden, Schamanen, keltisch oder germanisch orientierte Leute, ...) regelmäßig
gefeiert werden und die den Lauf der Natur mit Tod und Geburt darstellen, fallen mir dabei sofort ein. In der Numerologie steht die 8 für das Leben nach dem Tod, für Unendlichkeit und für doppeltes Glück (2 mal 4).
Eine schamanische Reise ins Totenreich
Was eine schamanische Reise genau ist und wie sie funktioniert, wird ausführlich in einem anderen Artikel meiner
Seite beschrieben: die schamanische Reise. Die Reise ins Reich der Toten als Thema für eine schamanische Reise ist definitiv nur etwas für Leute mit Erfahrung. Oder sie muss von jemandem begleitet werden, der
ausreichend Erfahrung hat. Diese Reisen können sehr lange dauern und sind oft anstrengend. Das Totenreich ist nicht identisch mit der schamanischen Unterwelt. Auch wenn in der Mythologie verschiedener
Kulturen die Unterwelt und das Totenreich das gleiche sind. Eine genauere Erläuterung über die Geisterwelt (Oberwelt und Unterwelt) findet sich hier. Das Totenreich ist der Ort, an dem die Seele sich nach dem
Leben zurückzieht, sich erholt und auf die nächste Inkarnation vorbereitet. Dementsprechend schaut dieser Ort für jeden, der dort hin reist anders aus. Viele Kulturen hatten und haben Bezeichnungen für diesen Ort:
Bei den alten Griechen war es der Hades (die Unterwelt). Die Germanen nannten es Walhall (Schlachtenhalle). Im Keltischen war es das Sommerland. Für die Christen, Moslems und Juden gibt es den Himmel
/ das Paradies und die Hölle. Je nach Lebensführung kommt man an den einen oder den anderen Ort. Viele nennen es das Jenseits (im Gegensatz zum Diesseits).
Nicht jeder bekommt die Erlaubnis, als Lebender
in das Totenreich einzudringen. Meistens gibt es einen Wächter, der den Zutritt gestatten oder auch verwehren kann. Wird der Zutritt nicht gestattet, ist das auf jeden Fall zu respektieren. Dann ist es noch nicht
sinnvoll, das Jenseits zu sehen.
Es gibt mehrere Gründe, eine Reise ins Totenreich zu machen: 1. Ich bereite mich schamanisch auf meinen eigenen Tod vor und möchte erfahren, wie der Ort aussieht, an den
ich kommen werde, wenn ich selbst sterbe. 2. Ich begleite eine Seele oder einen Seelenteil an seinen passenden Platz im Totenreich. (Psychopompos) 3. Ich mache eine Seelenrückholung bei einem Klienten und
stelle fest, dass der Seelenanteil aus irgendeinem Grund im Totenreich gelandet ist. 4. Ich möchte einen oder mehrere bestimmte Verstorbene treffen.
Als ich den Ort für meine Seele nach dem Tod des Körpers
zum ersten Mal sah, hatte ich sehr gemischte Gefühle. Dieser Ort ist für mich einfach wunderschön. Es war so, wie ich mir schon immer das Paradies vorgestellt habe. Eine ganz kleine Verlockung, einfach dort zu
bleiben, verspürte ich schon. Eine Gefahr, vor der ich auch von meinem Lehrer gewarnt wurde. Darum ist es immer wichtig, das Versprechen abzugeben, auf jeden Fall zurück zu kehren, wenn man eine Reise ins
Jenseits unternimmt. Ein Begleiter kann ggf. eingreifen und den Reisenden an sein diesseitiges Leben erinnern. Zum Beispiel an Dinge, die er sicher im Totenreich vermissen wird. Bei meiner ersten Reise sollte ich
mir eine Person, die ich besonders gern habe, als Anker vorstellen. Eine Person, die einem sehr wichtig ist und für die man sehr gern wieder in das alltägliche Leben zurückkehrt.
Für jemanden, der sich
wirklich ernsthaft mit dem Schamanismus beschäftigt, ist eine Reise ins Totenreich und das Auseinandersetzen mit dem eigenen Tod elementar wichtig. Dies ist zumindest meine Erfahrung. Wie kann ich eine Seele an
seinen besonderen Ort im Totenreich begleiten, wenn ich mich nicht traue, den für mich selbst bestimmten zu besuchen? Bei einer solchen Reise verliert das Sterben eine ganze Menge seiner Bedrohlichkeit. Denn ich
habe noch niemanden erlebt, der diesen Ort als schrecklich beschrieben hat. Alle Beschreibungen haben diesen Ort als sehr schön dargestellt.
Zerstückelung und der schamanische Tod
Die Zerstückelung ist eine schamanische Technik zur Reinigung und Transformation. Im Großen und Ganzen funktioniert es ganz einfach: Man macht eine Reise in die
Geisterwelt zu seinem Krafttier oder einer anderen geeigneten Wesenheit und bittet dies um eine Zerstückelung. Manchmal geschieht es allerdings auch ungebeten, wenn die Geister der Meinung sind, es ist mal wieder
notwendig. Wie die Zerstückelung dann genau verläuft ist sehr unterschiedlich. Der Körper in der Geisterwelt wird auf jeden Fall in irgendeiner Form zerlegt und danach wieder ordentlich zusammengefügt. Dies
geschieht durch die Wesenheiten in der Geisterwelt. Jemand mit einem zarten Gemüt darf seine Spirits auch gern bitten, nicht dabei zusehen zu müssen. Es ist nicht immer angenehm mit anzuschauen. Die Male, die ich
selbst beobachten konnte, habe ich als gleichzeitig abstoßend und sehr faszinierend empfunden. Wenn der Körper in der Geisterwelt wieder zusammengefügt wird, werden dabei Anhaftungen extrahiert, Blockaden können
gelöst werden, es kann der Grundstein für eine Veränderung im Leben gelegt werden. Auch wenn der Gedanke, gekocht, gefressen oder in Einzelteile zerlegt zu werden, sehr unangenehm ist, ist das Gefühl hinterher doch
immer sehr schön. Man fühlt sich zwar teilweise ein bisschen erschöpft aber sehr wohl.
Die Auseinandersetzung mit dem eigenen körperlichen Tod
Der eigene
Tod gehört zum eigenen Leben einfach dazu. Er ist unabdingbar, unausweichlich. Jeden wird es irgendwann einmal treffen. Das ist der natürliche Lauf der Dinge. Alles stirbt irgendwann. Warum haben wir Menschen so oft
Angst davor? Es ist genauso ein Teil des Lebens, wie Essen, Trinken, Atmen oder Sex. Es gibt eine ganze Reihe von Fragen, die einen beschäftigen, wenn man sich mit dem eigenen Sterben auseinandersetzt:
„Wie lange bleibt mir noch?“ „Wie wird es sein, wenn es so weit ist?“ „Werde ich vorher lange krank sein?“ „Wo komme ich hin, wenn ich gestorben bin?“ Das, was vielen beim Gedanken an den Tod am meisten
beängstigt, ist die Ungewissheit. Viele dieser Fragen können wir nicht beantworten oder wir bekommen keine Antworten, wenn wir diese Fragen gezielt stellen. Gestellt werden diese Fragen oft: beim Orakeln mit Karten
oder Runen, in der schamanischen Reise oder im Gebet. Sie bleiben unbeantwortet, weil sehr viele nicht in der Lage währen, die wahren Antworten zu verkraften. Die Angst vor dem Tod wächst sehr oft aus der Angst
vor dem Leben. Es sind die unerledigten Dinge im Leben, die uns hindern, dem Tod gelassen entgegen zu sehen.
Es gibt einige interessante Fragen, die sich jeder mit mehr oder weniger Nachdenken selbst
beantworten kann, die helfen, sich mit dem eigenen Tod zu befassen und die Angst davor zu verringern. Denn gute Gedanken und Wünsche können schon viel bewegen.
- Wann würdest Du sterben wollen, wenn du Dir den Zeitpunkt selbst aussuchen könntest? - Wie würdest Du sterben wollen, wenn Du dir die Art Deinen Todes selbst auswählen dürftest?
- Was macht Dir bei dem Gedanken an den Tod am meisten Angst? - Was wäre für Dich wichtig, um das Sterben schöner bzw. leichter zu machen? - Wie sollten Deine Angehörigen mit Deinem Tod umgehen?
- Welche Wesen wünschst Du Dir für den Zeitpunkt Deines Todes an Deine Seite? - Welche wichtigen Dinge möchtest Du in diesem Leben unbedingt noch tun, klären oder erleben?
- Was ist Dir persönlich für ein erfülltes Leben wichtig? - Wie und wo möchtest Du beerdigt werden?
Meine erste schamanische Reise zum Thema Tod am 3.11.1998
Ich schreibe sie so auf, wie ich sie damals aufgeschrieben habe.
„An diesem Tag habe ich eine schamanische Reise zu einem Thema gemacht, vor dem ich mich schon eine ganze Weile drücke, weil ich bis
jetzt Angst davor hatte. Aber jetzt ist die richtige Zeit dafür. Der Tod beschäftigt mich schon eine ganze Zeit, ohne dass ich mich so richtig damit auseinander gesetzt habe. Mein Großvater ist schon sehr alt und
wird bald seine Reise antreten. Für mich das erste mal, dass einer aus der Familie stirbt, der mir recht nah steht. Also hatte meine Reise den Tod als Thema. Sie begann an dem üblichen langen Weg in dem
dunklen Tannenwald. Diesmal war es Winter. Es war sehr kalt und schneite. Die Kälte hat mir aber nichts ausgemacht. So stapfte ich langsam durch den Schnee. Dann ging eine Person hinter mir. In etwa so, wie man sich
klassische Beschreibungen vom Tod vorstellt: langer schwarzer Mantel und eine Sense. Aber er hatte nicht im Geringsten irgend etwas Unheimliches an sich. Im Gegenteil. Ich fühlte mich sicher und geborgen wie bei
einem guten Freund. An die genaue Reihenfolge der folgenden Ereignisse kann ich mich nicht mehr so genau erinnern. (Leider habe ich doch etwas zu lange gewartet, sie aufzuschreiben.) Ich ging über ein
relativ großes freies Feld. Vor mir im Schnee lag eine Rose. Es waren Blutstropfen drum herum. Die Rose habe ich aufgehoben und mit genommen. Dann war ich auf einem Friedhof. Erst schien es kein besonderer
Friedhof zu sein. Dann hatte ich das Gefühl, es ist der in Rothenburg. Ich habe mich in der Reise nicht getraut, mich dort weiter umzusehen. Plötzlich stand ich vor einem Spiegel, der dort irgendwo in der
Landschaft stand. Ich konnte aber nicht mich selbst sehen sondern ein Spiegelbild von Tod, der immer noch hinter mir war. Geschneit hat es auch immer noch. Teilweise habe ich mich gefühlt wie in einer Schneekugel.
Der Tod hat mich unter seinem Umhang in die Arme genommen. Wieder war da ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Der Tod ist niemand, vor dem man sich fürchten muss. Er ist wie ein sehr guter Freund, den man
schon sehr lange kennt und zu dem man sehr viel Vertrauen hat. Ich kann nun meinen Großvater mit anderen Gefühlen gehen lassen. Seine Zeit ist jetzt abgelaufen. Er hat ein sehr langes und bewegtes Leben hinter
sich. Ich hoffe, dass auch die anderen in der Familie ihn bald gehen lassen können und das ihre Trauer nicht so schwer sein wird. Wie ich selbst trauern werde, kann ich noch nicht sagen. In letzter Zeit hatte ich
sehr wenig Kontakt zu meinem Großvater. Es wird sehr komisch sein, wenn er nicht mehr da ist. Aber der Tod ist ein unabwendbarer Bestandteil des Lebens. Bleibt, meinem Großvater eine gute Reise zu wünschen.“
Konfrontationen mit dem Tod, meine eigenen Erfahrungen mit dem Sterben
*Tod auf dem Parkplatz
An meine erste Begegnung mit dem körperlichen Tod
kann ich mich noch sehr gut erinnern. Ich war ein Kind, zwischen 8 und 10 Jahre alt. Wir waren mit einer größeren Gruppe (sonst alles Erwachsene) bei einem Ausflug. Der Bus stand auf einem großen Parkplatz. Es waren
viele Mensche dort. Viele Reisegruppen mit vielen großen Bussen. Ich war schon wieder eingestiegen. Plötzlich gab es ein Stück von unserem Bus entfernt einen Tumult und viele Menschen liefen zusammen. Ich fragte,
was denn los sei. Ein Mann hat einen Herzinfarkt bekommen. Alles lief zusammen. Ich musste natürlich im Bus bleiben. Das ist nichts für Kinder. Aber alle anderen wollten schauen, wie der Mensch, der Fremde, stirbt.
Ob irgendjemand versucht hat, erste Hilfe zu leisten, konnte ich aus der Entfernung nicht erkennen. Aber ich habe den Toten gesehen, wie er dort auf dem Asphalt lag. Ein älterer, etwas kräftigerer Mann in einem
Anzug. Und um ihn herum die ganzen Leute. Alle schauten betreten und hilflos in der Gegend herum. Niemand wusste, wie er mit der Situation umgehen sollte. Irgendwann hat sich dann unsere Gruppe wieder vollständig im
Bus eingefunden und wir sind gefahren. Niemand hat über das Ereignis geredet (zumindest habe ich nichts mitbekommen). Es wurde mal kurz etwas gesagt wie: „Wie schrecklich.“, „Der arme Mann.“, „Was die jetzt wohl
machen?“,... Viele haben über die Leute von der anderen Reisegruppe geredet. Über sich selbst sprach niemand. Niemand hat gesagt „Das macht mich traurig.“ oder ähnliches. Auch wenn viele so ausschauten, als
versuchten sie ihre wahren Gefühle zu verbergen. Auch mit mir hat niemand gesprochen. Alle waren mit sich selbst beschäftigt. Dass ich den Toten gesehen hatte, war niemandem aufgefallen. Ich habe mich damals auch
nicht getraut, es jemandem zu sagen. Ich glaube, es wäre niemand in der Lage gewesen, mit einem Kind über den Tod zu reden. So fuhren wir wieder nach Haus. Schnell waren die Gefühle überspielt, und es wurde geredet
und gelacht wie auf der Hinfahrt. Ich frage mich, wie viele von denen, die damals mit dabei waren, sich noch an den Mann mit dem Herzinfarkt erinnern. Einige von ihnen sind inzwischen selbst gestorben.
*Ein Selbstmord und wie ich damit umgegangen bin
06.03.2003 „Ein Mensch, den ich einmal geliebt habe, den ich danach auch zeitweise gehasst habe und den ich dann wieder als sehr guten Freund
gewonnen habe, hat den Freitod gewählt. Gut inszeniert, ganz nach seiner Art. Er ist dafür extra nach Paris gefahren und ist vom Centre Pompidou gesprungen.
Ich habe ihm zum Abschied 6 Wünsche mit auf den Weg gegeben: Ich wünsche ihm eine gute Reise! Ich wünsche ihm einen guten Neubeginn! Ich wünsche ihm den Segen der Göttin!
Ich wünsche ihm den Segen des Gottes! Ich wünsche ihm, dass es die richtige Lösung war! Ich wünsche mir Kraft für alle, die um ihn trauern. Das ist alles, was ich im hier und jetzt für ihn tun kann. Ich
habe ihn nicht noch einmal gesehen. Er ist an einem für mich sehr bedrohlichen Ort. Ich habe nur einen ganz kurzen Blick darauf geworfen. Und damit noch einige Wünsche:
Ich wünsche ihm, dass er an dem Ort nicht bleiben muss! Ich wünsche ihm, dass er dort Läuterung findet! Nachdem jetzt ein halber Tag vergangen ist, und ich schon zwei mal sehr geweint habe, bin ich
mittlerweile überzeugt, dass niemand den Freitod hätte verhindern können. Selbst, wenn er einige Freunde noch angetroffen hätte. (Er wollte sich verabschieden, hat aber einige nicht angetroffen, da es unangemeldet
kam.) Ich kann nur hoffen, dass er wirklich das richtige getan hat. Ich bin sehr traurig und werde ihn sehr vermissen.“
8. März 2003 - Ein Nachruf: Dies ist eine Geschichte. Sie stammt aus einer Welt des
Fantasy - Liverollenspiels, das damals ein sehr wichtiges Hobby von mir war. Und doch steckt in dieser Geschichte vieles, das auch im alltäglichen Leben zutreffend war. „Eigentlich hatte ich gedacht, die
Geschichte der Kinder der Wölfe ist längst zu Ende. Aber in dieser Woche ist etwas geschehen, das erzählt werden muss! Einer aus unseren Reihen ist für immer gegangen. Wir haben ihn geliebt und manche auch
manchmal gehasst. Wir haben uns mit ihm gefreut und uns über ihn geärgert. Ich selber habe immer eine verwandte Seele in ihm gesehen. Er war ein ausgezeichneter Läufer und ein guter Kämpfer. Besonders unter den
Weibchen war er sehr begehrt. So manchen Rangkampf hatte es deswegen gegeben. Er hat das Land geliebt und wollte immer viel davon sehen. Besonders natürlich die Länder im hohen Norden hat er häufig bereist.
Sein Tod macht mich traurig. Das Warum werde ich wohl nie wirklich verstehen. Ich denke, er ist noch viel zu jung gewesen. Ich bin traurig, dass ich nicht mehr für ihn singen kann.
Ich bin traurig, dass wir nicht mehr zusammen die Trommeln schlagen. Ich bin traurig, dass mir jemand fehlt, mit dem ich über alles reden konnte.
Ich bin traurig, dass ich mich nicht mehr darüber ärgern kann, dass er sich fast nie gemeldet hat. Ich bin traurig, dass ich seine Facetten nicht mehr ergründen kann. Ich bin traurig, dass ich ihm nicht mehr
über den alten Weg und den Weg des Schamanen erzählen konnte. Ich habe einfach einen guten Freund verloren. Für uns geht das Leben weiter. Ich habe einen Gefährten und einen Welpen zu versorgen. Ich habe viel
nachgedacht und ich glaube, es hat sich einiges in meinem Denken verändert. Ich nehme oft Kleinigkeiten viel zu wichtig, denke oft viel zu viel nach. Ich sollte noch mehr leben und alles Schöne genießen!
Ich möchte ihm noch viele gute Wünsche mit auf seinen unbekannten Weg geben. Möge er eine gute Reise haben! Mögen die Geister ihm gnädig sein und als Helfer an seiner Seite sein!
Möge er einen guten neuen Weg ins Leben finden oder den Weg in sein eigenes Paradies! Mögen alle seine Freunde ihn in guter Erinnerung behalten! Mögen alle, die um ihn trauern, Kraft und Mut haben!
Mögen diese Worte denen helfen, die ihn gekannt haben!“
Wir, seine Freunde, haben uns an der Elbe getroffen. Dort haben wir aus Treibholz ein kleines Schiff gebaut. Daran haben wir kleine Zettel
befestigt, auf die wir alle unsere Wünsche geschrieben haben, die wir ihm auf seiner Reise mitgeben wollten. Dieses Schiff haben wir dann auf den Fluss gesetzt und geschaut, wie es davon fährt. Leider hatten wir
einen ungünstigen Zeitpunkt gewählt und die auflaufende Flut (die in Hamburg durchaus noch gut zu spüren ist) hat das Schiffchen immer wieder ans Ufer zurück getrieben. Wir haben viel miteinander geredet und
auch miteinander geweint. Wir haben uns gegenseitig viel Trost gegeben. Nichts wurde verschwiegen, nichts musste unterdrückt werden. Alle konnten ehrlich sagen, wie sie sich fühlen. In der Nacht war er noch
einmal zu mir gekommen, im Traum. Er hat sich verabschiedet und sich entschuldigt, dass er nicht noch einmal zu mir gekommen war. Er hat mir einige Dinge erklärt und mir gesagt, dass es so sein musste. An der
Beerdigung konnten wir nicht teilnehmen. Er wurde verbrannt und seine Asche über dem Meer verstreut. So hatte er es sich gewünscht. Auch später ist er in Schamanischen Reisen und in Träumen mehrfach wieder
erschienen, um mir Dinge mitzuteilen. Diese „Besuche“ haben mir sehr geholfen, das Geschehen zu verstehen und den Schmerz zu heilen. Eine Lücke ist entstanden, die auch nicht wieder gefüllt werden kann. Aber die
schönen Erinnerungen bleiben.
Der Tod meiner Großmutter
Meine Großmutter starb, als ich 39 war, etwa 3 Monate vor ihrem 103. Geburtstag. Nach einem Schlaganfall hatte sie schon viele Jahre
in einem Rollstuhl gesessen. Das Laufen klappte nur noch über ganz kurze Distanzen. Über die Jahre wurden die Einschränkungen, die sie hinnehmen musste, immer größer. Die geistige Klarheit war noch bis zu ihrem Tod
gut. Das große alte Bauernhaus, in dem sie allein lebte, musste sie Dank der Aufopferung meiner Mutter, nie verlasen. Auch wenn meine Mutter nie ein Wort des Dankes dafür bekommen hat. Das Sterben hat eine
Diakonieschwester begleitet. Sie kam wie üblich am Morgen, als meine Großmutter große Schmerzen bekam. Sie wusste ganz genau, dass es ihre letzten Stunden sein würden. Als der Anruf von meinem Vater kam, war ich
nicht zu Haus. Dementsprechend hatte ich die Nachricht vom Tod auf dem Anrufbeantworter. Ich war allein im Haus, als ich die Nachricht abhörte. Mein Vater war anscheinend froh, nicht mit mir persönlich sprechen zu
müssen. Und ein bisschen ging es mir auch so. Ich konnte ganz für mich meine Gefühle sortieren, die sehr zerrissen waren. Ich war froh, dass sie es endlich geschafft hatte. Ich war erleichtert, dass die Last von
meiner Mutter endlich ein Ende hatte. Meine Mutter hat für meine Großmutter ihre eigene Gesundheit aufs Spiel gesetzt. Meine Großmutter war ein Mensch mit 2 Gesichtern. Sie konnte herzensgut sein aber auch manchmal
Dinge sagen, die sehr verletzend waren. Oft erteilte sie mehr Befehle, als um Hilfe zu bitten. Danke sagen war ihr fremd. Und doch hat sie mich immer sehr beeindruckt. Sie hat sehr viele Dinge in ihrem Leben
geschafft und hat sehr viele Dinge in ihrem Leben gesehen. Gerade darüber habe ich mir viele Gedanken gemacht, weil meine Großmutter ein sehr interessierter Mensch war, was Geschichte und Politik betraf. 102 Jahre,
vom Kaiserreich zur ersten Frau an der Spitze, Bau und Fall der Berliner Mauer, Krieg und Wiederaufbau, ... Besonders im 2. Weltkrieg hat sie vielen Unterschlupf gewährt, hat niemanden abgewiesen, der etwas zu Essen
haben wollte. Ich habe viel geweint, aus Trauer und aus Erleichterung. Durch meine Großmutter habe ich schon als kleines Kind meine ersten Kontakte zu etwas anderen Dingen bekommen. Sie fuhr oft mit mir in die
Stadt zum Kaffee trinken. Ich war 4 oder 5. Bevor wir in das Cafe gingen und ich Kuchen und heiße Schokolade bekam, musste ich in einem Flur auf sie warten. Dass sie dann bei einer Wahrsagerin war, erzählte meine
Mutter mir erst Jahre später. Auch meine aller ersten Karten habe ich von meiner Großmutter. Ein altes Lenormanddeck, dass ich bis heute noch habe. Ich hatte es mit etwa 10 Jahren in einer Schublade gefunden und
einfach eingesteckt. Warum ich das damals getan hatte, erinnere ich nicht mehr. Eigentlich hätte ich niemals etwas genommen, ohne um Erlaubnis zu fragen. Da war es anders. Es wurde auch nie nach den Karten gefragt.
Ich hab sie behalten, obwohl ich damals dachte „Komische Karten, damit kann man ja gar nicht richtig spielen.“ Heute bin ich ganz sicher, dass sie wusste, dass ich sie genommen hatte und dass sie es auch so wollte.
Offen hätte sie nie mit mir über Karten legen und andere Dinge sprechen können. Dafür war damals noch nicht die richtige Zeit. Welchen Schatz ich gefunden hatte, entdeckte ich erste, als ich bei einem Seminar
die Lennormand Karten das erste Mal als Wahrsagekarten kennenlernte. Das war im Sommer 2007. Ich hatte die Karten immer in einer Schublade liegen. Gehütet, ohne zu wissen, was ich damit tun kann. Erst als meine
Großmutter tot war, wurde mir bewusst, dass sie schon vor vielen Jahren die Weichen für meine spirituelle Entwicklung gestellt hatte. Jetzt steht sie im Kreis meiner Ahnen und erzählt mir Dinge, über die sie zu
Lebzeiten nicht sprechen konnte.
Für meine Ahnen
In tiefer Liebe für meine Großeltern. Danke, dass Ihr mir immer das Gefühl gegeben habt, dazu zu gehören!
Danke, dass Ihr immer und für jeden ein gutes Wort hattet! Danke, dass ihr mir gezeigt habt, was wahre Liebe bedeutet! Eure Gräber sind weit weg von hier. So gehe ich zu Euch nur in Gedanken.
Ein Grabstein, regennass und moosbewachsen. Das Herbstlaub malt noch einmal bunte Farben. Weiße Lilien und rote Rosen bringe ich Euch als Geschenk. Eine Kerze flackert im Wind.
In tiefer Liebe für die Mutter meiner Mutter. Ich habe Dich genauso wenig gekannt, wie ich meine leibliche Mutter kenne. Und doch spüre ich die enge Verbindung zu Euch.
Du hast mich auch zu der gemacht, die ich jetzt bin. Dafür danke ich Dir von ganzem Herzen. Dein Grab, es ist weit weg von hier. So gehe ich auch zu Dir nur in Gedanken.
Weißer Marmor, wilder Wein im dunklen Rot. Blumen blühen noch am Rand der Hecke. Ein Buchsbaumkranz mit blauen Bändern ist mein Geschenk an Dich. Eine Krähe fliegt vorbei.
Ich folge der Krähe in die anderen Welten. Hier bin wieder mit Euch vereint. Wir sitzen zusammen im Kreis am Feuer. Wir reden über - was sein wird, was war.
Ihr gebt mir Rat und Schutz und Hilfe. Bin immer willkommen am Feuer im Kreis.
Eine Träne der Trauer weil ihr eine Lücke in meinem Leben hinterlassen habt.
Eine Träne der Freude weil ich weiß dass Ihr den Weg ins Licht gegangen seid. Eine Träne der Trauer weil ich Eure Wärme vermisse.
Eine Träne der Freude weil wir uns immer wieder sehen können. Eine Träne der Trauer weil wunderschöne Blüten vom Baum des Lebens gefallen sind.
Eine Träne der Freude weil diese Blüten irgendwann an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit
wieder in neuer Pracht aufgehen werden.
Jasra, 08.11.2007
Links zum Thema Tod und Sterben
- http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Bestattungsritual
Dieser Link verweist auf eine ganze Reihe weiterer Einträge bei wikipedia zum Thema. Sehr interessant!
- http://www.kondor.de/shaman/tod.html
- Samhain
Samhain, das Jahreskreisfest, das den Tod als ein Hauptthema hat. (Ein weiterer Artikel meiner Homepage.)
- http://www.zitate-aphorismen.de/zitate/thema/Tod/118 Weitere Zitate zum Thema Tod
- Amazon: Das Tibetische Totenbuch: Erste vollständige Ausgabe - Mit einleitendem Kommentar des XIV. Dalai Lama http://www.amazon.de/dp/3442337747/?tag=googhydr08-21&hvadid=3119976021&ref=pd_sl_8dhcowhk0p_b
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