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Starnberger Merkur vom 5.10.2004 Der Link: http://www.marktplatz-oberbayern.de/regionen/starnberg/1615,207826.html
Plädoyer für Gewaltfreiheit und gegen Krieg Inifrau von Rechenberg bezieht mit ihrer Kunst eindeutig Position
VON CHRISTINE CLESS-WESLE
Gauting
- Drei Grabhügel für Christen, Juden und Moslems sind in der Gautinger Schlosspark-Remise aufgeschüttet. Ihre Licht-Installation zu den Erdhügeln ergänzt Akademiekünstlerin Inifrau von Rechenberg mit ihren beklemmenden Bildern: Todesweiße, am Computer gezeichnete Skelette oder das Gemälde mit dem ergreifenden, verschlossenen Antlitz der weinenden Mutter, die mit verkrusteten, bereits angetrockneten blutroten Tränen über ihrem toten Kind wacht: "Gegen Gewalt und Krieg. Für Liebe und Hoffnung" ist einerseits das Lebens-Thema dieser bekannten Würmtal-Künstlerin, andererseits der Titel ihrer Ausstellung in der Gautinger Remise. Am Sonntagabend war dort die Vernissage mit Performances auf mehreren Ebenen.
Zur experimentellen Musik von Friedemann von Rechenberg - der Sohn des Künstlerin ist soeben mit dem renommierten Händelpreis in Halle ausgezeichnet worden - setzte die junge Jasra alias Silke Vogg aus München das
Ausstellungsthema "Gegen Gewalt . . ." in Bewegung um: mit orientalischem Schleier- und mittelalterlichem Ausdruckstanz.
Die engagierte Auseinandersetzung mit den verheerenden Folgen der in ihren Augen "männlichen" Kriege prägt das Werk der Künstlerin. Von Rechenberg kreierte die Methode des "meditativen Malens",
schreibt Michaela Valladares. Über Europa hinaus bekannt machte die Dozentin, Lyrikerin, verheiratete Mutter von sechs erwachsenen Kindern und mehrfache Großmutter das von ihr gegründete "Forum für
Gesamtkunstwerk Innsbruck". Als nächstes Projekt, sagte die mittlerweile bei Augsburg lebende Künstlerin während des Pressegespräches, plane sie, Rosen vom Gebiet der jordanischen Grenze in den Irak zu werfen -
wiederum als symbolische Aktion für Liebe und Hoffnung. "Frauen haben die Macht, aber nutzen sie nicht", ist Credo der Journalistin der "Frauenkulturzeitschrift ab 40".
Mit ihren in der Gautinger Remise ausgestellten Bildern, Objekten und Lyriktexten will Inifrau von Rechenberg den Betrachter unmittelbar, direkt ansprechen. Etwa mit dem berührenden Bild jener "Frau hinter
Gittern", die ihr Kind im Gefängnis aufzieht, eingesperrt: "Auch wenn sie Gewalt ausgeübt hat, so ist ihr Eingesperrtsein wiederum Gewalt."
Die Künstlerin sieht genau hin: Wenn sie das unsägliche Leid jener "Dornenfrau" in Violett-, Blau- und Rottönen transportiert. Es ist das Bild einer nackten, im Krieg verstümmelten weiblichen Figur, von der
nichts geblieben ist als die hoffungslose Trauer in ihren groß dimensionierten Augen.
Die Ausstellung kann bis 23. Oktober täglich von 19 bis 21 Uhr besichtigt werden. Finissage ist am Samstag, 23. Oktober, 19 Uhr, mit der Trommelgruppe "Drums of Joy" und der Aktion "Live
scribbling".
Leider ist im Internet das in der Zeitung veröffentlichte Foto nicht dabei gewesen und ich hatte kein Original vom Artikel, um es einscannen zu können.
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